Unternehmen legen immer größeren Wert auf Datenschutz und Datensouveränität, auch bei der Nutzung  Künstlicher Intelligenz (KI). Anstatt sich ausschließlich auf cloudbasierte Lösungen zu verlassen, entscheiden sich daher immer mehr Unternehmen für On-Device AI. Was die Technologie Auszeichnet, welche Anwendungsfälle für lokale KI prädestiniert sind und welche Herausforderungen mit dem Betriebsmodell verbunden sind.

Was ist On-Device AI?

On-Device AI bezieht sich auf die Fähigkeit eines Geräts, KI-Prozesse ohne externe Server auszuführen. Im Gegensatz zu cloudbasierten Systemen, bei denen Daten zur Verarbeitung an entfernte Server gesendet werden, verbleiben Daten bei On-Device AI lokal auf dem Gerät. Diese lokale Verarbeitung beschleunigt nicht nur die Verarbeitung, sondern bietet auch Vorteile für den Datenschutz, da sensible Informationen das Gerät nicht verlassen müssen.

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Vorteile von On-Device AI: Datenschutz und Geschwindigkeit

On-Device AI bietet Unternehmen viele Vorteile, die sich mit cloudbasierten Systemen nicht erreichen lassen – von verbessertem Datenschutz bis hin zu erhöhter Geschwindigkeit. Das macht sie zu einer attraktiven Option für viele Use Cases und Industrien.

1 Datenschutz

Einer der größten Vorteile von On-Device AI ist der verbesserte Datenschutz. Da Daten nicht an externe Server übertragen werden müssen, sinkt das Risiko von Datenlecks, was besonders in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheits- und Finanzwesen relevant ist.

2 Geschwindigkeit

Die lokale Verarbeitung von Daten senkt Netzwerklatenzen. Die besonders schnellen Reaktionszeiten sind vor allem für Echtzeitanwendungen wie Fahrzeugassistenzsysteme oder Augmented Reality von Bedeutung.

3 Unabhängigkeit vom Internet

On-Device AI ermöglicht es Geräten, auch ohne ständige Internetverbindung zu funktionieren. In ländlichen Gebieten mit schlechter Netzverbindung oder beim Roaming im Ausland spielt lokale KI hier ihre Stärken aus.

4 Kosteneffizienz

Lokale KI reduziert die Abhängigkeit von teuren Cloud-Diensten und kann Breitbandkosten senken. Vor allem Unternehmen, die ein hohes Datenvolumen von KI-Systemen verarbeiten lassen, können so trotz neuer Kosten durch On-Device AI Einsparungen erzielen.

5 Personalisierung

Wenn KI Daten direkt auf dem Gerät verarbeitet, können die Systeme personalisierte Benutzererfahrungen anbieten. Beispielsweise kann die lokale KI eines Smartphones Verwendungsmuster des Nutzers analysieren, um personalisierte Empfehlungen zu geben oder optimierte Energieeinstellungen vorzuschlagen.

Technische Grundlagen: Hardware und Software

Um On-Device AI erfolgreich zu implementieren und effektiv nutzen zu können, benötigen Unternehmen sowohl spezielle Hardware- als auch Softwarelösungen.

Hardware: Prozessoren und spezialisierte Chips

Leistungsstarke Prozessoren sind grundlegend, damit lokale KI auch komplexe Berechnungen effizient ausführen kann. In vielen Fällen werden spezialisierte Chips wie Graphics Processing Units (GPUs) oder Neural Processing Units (NPUs) eingesetzt, um die Berechnungen zu beschleunigen. Diese Hardware-Komponenten sind darauf ausgelegt, die parallele Verarbeitung von Daten zu unterstützen, was für viele KI-Algorithmen erforderlich ist.

Software: Frameworks und Tools

Auf der Softwareseite kommen zum Beispiel Frameworks wie Googles LiteRT oder Apples Core AI zum Einsatz. Diese Tools helfen dabei, KI-Modelle für den Einsatz auf Geräten mit begrenzten Ressourcen zu optimieren.

Anwendungsgebiete: Vom Smartphone bis zum Auto

On-Device AI wird in vielen Bereichen eingesetzt, in denen sie sowohl die Effizienz als auch die Benutzererfahrung verbessert. Diese Technologie hat das Potenzial, alltägliche Geräte intelligenter und autonomer zu gestalten und damit verschiedene Industrien signifikant zu verändern.

Smartphones

Auf Smartphones wird On-Device AI bereits für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt, zum Beispiel für die Gesichtserkennung zum Entsperren des Geräts oder zur Authentifizierung von Zahlungen. Auch Echtzeit-Sprachassistenten, die ohne große Verzögerung auf Befehle reagieren, und Funktionen, die Fotos optimieren, arbeiten immer häufiger ganz oder teilweise auf Basis lokaler KI.

IoT-Geräte

Im Bereich des Internet of Things (IoT) wird On-Device AI sowohl in Endverbrauchergeräten als auch in der Industrie eingesetzt. Produktionsmaschinen, smarte Haushaltsgeräte und Wearables – sie alle profitieren von der energieeffizienten, schnellen und sicheren lokalen Datenverarbeitung.

Automobilindustrie

In Fahrerassistenzsystemen ermöglicht On-Device AI die Echtzeitverarbeitung von Daten, was elementar ist, um eine effektive Unterstützung zu gewährleisten. Schließlich soll die KI des Fahrzeugs unmittelbar auf Veränderungen in der Umgebung reagieren und nicht auf externe Server für die Datenverarbeitung warten.

Gesundheitswesen

In medizinischen Wearables und Geräten kann On-Device AI helfen, sensible Gesundheitsdaten besser zu schützen. Vitalfunktionen von Patienten können in Echtzeit überwacht werden und bei Bedarf kann die lokale KI sofortige Benachrichtigungen an medizinisches Personal senden.

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Herausforderungen: Rechenkapazität und Energieverbrauch

Trotz der zahlreichen Vorteile von On-Device AI stehen Entwickler und Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen bei ihrer Einführung. Es braucht innovative Ansätze und Lösungen, um das volle Potenzial der Technologie auszuschöpfen und langfristig erfolgreich zu sein.

Begrenzte Rechenkapazität

Die Rechenkapazität von Geräten ist im Vergleich zur Cloud begrenzt. Deswegen müssen Unternehmen die KI-Modelle für den lokalen Einsatz sorgfältig optimieren.

Energieverbrauch

KI kann viel Energie benötigen und so die Lebensdauer von Akkus senken und Wärme produzieren, insbesondere wenn sie auf mobilen Geräten betrieben wird. Entwickler müssen Wege finden, den Energieverbrauch für KI-Berechnungen zu minimieren.

Hardware-Anforderungen

KI braucht, je nach Modell und Use Case, leistungsstarke Prozessoren und GPUs, um effektiv unterstützen zu können, was die Kosten und Komplexität der Entwicklung erhöhen. Wenn nicht alle Geräte über die benötigte Hardware verfügen, kann dies die Auswahl der KI-Modelle und die Umsetzbarkeit von Szenarien einschränken.

Komplexität der Entwicklung

Die Entwicklung von On-Device AI erfordert spezialisierte Kenntnisse und Tools. Entwickler müssen die technischen Anforderungen und die Einschränkungen der vorhandenen Geräte verstehen.

Skalierbarkeit

Oft ist es komplex und zeitaufwändig, On-Device-AI-Lösungen an verschiedene Geräteklassen und -modelle anzupassen.

Zukunftsperspektiven

Die Zukunft von On-Device AI sieht vielversprechend aus. Hardware wird kontinuierlich weiterentwickelt, neue, immer effizientere KI-Modelle kommen auf den Markt – und aktuell wächst die Zahl der Geräte, die mit KI-Funktionen ausgestattet werden. Das zeigt sich beispielsweise am PC-Markt: Laut einer Prognose von IDC sollen sogenannte AI-PCs bis 2027 fast 60 Prozent aller weltweit ausgelieferten PCs ausmachen.

  • Effizientere Modelle: Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von Modellen, die weniger Rechenleistung benötigen, aber dennoch präzise Ergebnisse liefern.
  • Breitere Anwendungen: Mit der Verbreitung von On-Device AI werden neue Anwendungen in zahlreichen Branchen möglich, von der Unterhaltungselektronik bis zur industriellen Automatisierung.
  • Verbesserte Benutzererfahrung: Durch die Integration von On-Device AI können Geräte intelligenter und benutzerfreundlicher gestaltet werden, was zu einer verbesserten Benutzererfahrung führt.
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Nächste Evolutionsstufe der KI im Unternehmenskontext

On-Device AI eröffnet in vielen Branchen neue Möglichkeiten für den KI-Einsatz. Denn sie ermöglicht bei vielen Use Cases mehr Datenschutz und eine kosteneffizientere, schnellere Datenverarbeitung, als dies mit cloudbasierter KI möglich ist. Lokale KI bietet also viele Vorteile für Unternehmen. Gleichzeitig ist ihre Umsetzung technisch anspruchsvoll und erzeugt neue Kosten für Hardware, Anpassung und Wartung.

On-Device AI ist daher keine überlegene Alternative zu cloudbasierter KI. In Zukunft werden Unternehmen vielmehr im Einzelfall entscheiden müssen, welches Betriebsmodell für ihre Einsatzszenarien in der Gesamtschau vorteilhafter ist.

Die Entwicklung von On-Device AI schreitet kontinuierlich voran und die Technologie wird sicher einen festen Platz in der Zukunft der KI einnehmen – zumal schnelle Reaktionszeiten und Datenschutz in einer hypervernetzten Welt immer wichtiger werden.

FAQ

Was ist On-Device AI und wie unterscheidet sie sich von cloudbasierter KI?

On-Device AI bezieht sich auf die Ausführung von KI-Prozessen direkt auf einem Gerät. Anstatt Daten zur Verarbeitung an externe Server zu senden, wie dies bei cloudbasierter KI der Fall ist, werden sie lokal verarbeitet.

Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig, um On-Device AI zu nutzen?

Um On-Device AI effektiv nutzen zu können, sind leistungsstarke Prozessoren und manchmal spezialisierte Chips wie GPUs oder NPUs erforderlich. Zudem sind Software-Frameworks wie Googles LiteRT und Apples Core AI wichtig, um KI-Modelle für den lokalen Einsatz auf Geräten zu optimieren.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Implementierung von On-Device AI?

Zu den Herausforderungen gehören die begrenzte Rechenkapazität der Geräte, der Energieverbrauch und die Notwendigkeit spezieller Hardware. Entwickler müssen zudem über Spezialkenntnisse verfügen, um skalierbare KI-Lösungen für verschiedene Gerätetypen zu realisieren.

Was ist der Unterschied zwischen On-Device AI und Edge AI?

Bei On-Device AI verarbeitet die KI Daten direkt auf dem jeweiligen Endgerät. Der Begriff Edge AI ist breiter und kann auch KI-Verarbeitung auf lokalen Edge-Servern oder Gateways umfassen. On-Device AI kann also als eine Art von Edge AI verstanden werden.

Wer kann mir beim Thema On-Device AI helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema On-Device AI benötigen, stehen Ihnen die Experten der mindsquare AG zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.