Generative KI kann Unternehmen helfen, Informationen schneller zu finden und Prozesse zu automatisieren. Der Erfolg hängt aber wesentlich von der Qualität der zugrunde liegenden Datenbasis ab. Wer GenAI produktiv nutzen will, sollte seine Unternehmensdaten daher KI-fähig machen. Wir erklären, welche Daten hierfür besonders relevant sind und worauf Unternehmen beim Datenmanagement achten sollten.

Was ist eine KI-fähige Datenbasis?

Eine KI-fähige Datenbasis ist eine Informationsgrundlage, die von KI-Systemen sinnvoll, sicher und nachvollziehbar genutzt werden kann. Dafür müssen die Daten aktuell, korrekt, strukturiert und kontextualisiert sowie technisch auffindbar und integrierbar sein. Hinzu kommen klare Regeln für Berechtigungen, Data Governance und Datenschutz.

Die KI-Fähigkeit entsteht also, wenn fachliche, technische und organisatorische Voraussetzungen gleichermaßen erfüllt werden.

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Warum entscheidet die Datenbasis über die Qualität von GenAI?

Ein allgemeines Sprachmodell verfügt über umfangreiches Wissen aus seinen Trainingsdaten, kennt aber nicht automatisch die aktuellen und internen Informationen eines Unternehmens. Es kann keine internen Richtlinien, aktuellen Produktinformationen oder unternehmensspezifischen Prozesse berücksichtigen.

An betriebliche GenAI-Anwendungen werden daher häufig gezielt Unternehmensdaten angebunden, häufig über Retrieval-Augmented Generation (RAG). Die KI-Systeme erhalten damit zusätzlichen Kontext und können zur Beantwortung von Fragen und zur Lösung von Aufgaben auf die angebundenen Datenquellen zugreifen.

Doch auch die Anbindung an Unternehmensdaten allein garantiert keine verlässlichen Ergebnisse. Sind die Informationen veraltet, widersprüchlich, unvollständig oder für die KI schlecht auffindbar, kann sie falsche oder unzureichende Antworten erzeugen. Die Qualität einer GenAI-Anwendung hängt deshalb wesentlich davon ab, wie gut die angebundenen Unternehmensdaten aufbereitet, gepflegt und kontrolliert werden.

Welche Unternehmensdaten sich für GenAI eignen

Die große Stärke von GenAI: Sie kann Sprache verarbeiten und mit unstrukturierten Informationen umgehen. Datenbestände, die bisher schwer zu durchsuchen oder nur mit hohem manuellem Aufwand auszuwerten waren, kann GenAI innerhalb kürzester Zeit durchsuchen, analysieren und für konkrete Arbeitsprozesse nutzbar machen.

Unstrukturierte Daten können zum Beispiel interne Richtlinien, Prozessbeschreibungen, Handbücher, Produktinformationen, Verträge, Angebote, Ausschreibungsunterlagen, Support-Tickets, Gesprächsnotizen oder Projektprotokolle sein.

Auch strukturierte Daten aus CRM-, ERP- oder BI-Systemen können eingebunden werden, wenn sie für konkrete Anwendungsfälle relevant sind.

Datenquelle Beispiele Möglicher GenAI-Nutzen
CRM-System Kundenhistorien, Gesprächsnotizen, Verkaufschancen Kundenzusammenfassungen, Vertriebsvorbereitung, personalisierte Kommunikation
ERP- und Fachsystem Bestellungen, Rechnungen, Produkt- und Lieferdaten Prozessunterstützung, Auskünfte, Abweichungsanalysen
Dokumentenmanagement Verträge, Richtlinien, Handbücher Suche, Zusammenfassung, Prüfung, Vergleich
Support-System Tickets, Chatverläufe, Lösungsartikel Antwortvorschläge, Wissensaufbau, Problemanalyse
Intranet oder Wiki Prozesse, FAQs, interne Anleitungen Mitarbeitendenassistenz, Onboarding, interne Suche

Wie Unternehmen ihre Datenbasis KI-fähig machen

Der Weg zu einer KI-fähigen Datenbasis beginnt nicht mit der Auswahl eines KI-Tools, sondern mit der gezielten Vorbereitung der eigenen Informationen. Unternehmen müssen klären, welche Daten relevant sind, wie zuverlässig sie sind, wer darauf zugreifen darf und wie sie technisch für GenAI-Anwendungen bereitgestellt werden können.

Die folgenden Schritte zeigen, wie aus verteilten Unternehmensdaten eine belastbare Grundlage für den produktiven Einsatz von Generativer KI entsteht.

Schritt 1: Dateninventur durchführen

Welche Datenquellen gibt es, welche Informationen enthalten sie und wie relevant sind sie für mögliche GenAI-Anwendungen? Unternehmen sollten mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Ziel ist es, Transparenz über relevante Datenbestände, Verantwortlichkeiten und mögliche Qualitätsprobleme zu schaffen.

Zu prüfen sind vor allem:

  • Datenquelle und System
  • fachliche Verantwortung
  • Aktualität und Qualität
  • Vertraulichkeit und Datenschutzrelevanz
  • Nutzen für konkrete GenAI-Use-Cases

Schritt 2: Datenqualität verbessern

GenAI liefert nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn die zugrunde liegenden Informationen aktuell, vollständig und widerspruchsfrei sind. Deshalb sollten Unternehmen veraltete Inhalte bereinigen, Dubletten entfernen und zentrale Begriffe sowie Formate vereinheitlichen.

Typische Maßnahmen:

  • Dubletten entfernen
  • veraltete Dokumente archivieren
  • Widersprüche klären
  • fehlende Metadaten ergänzen
  • Qualitätsregeln festlegen

Schritt 3: Daten strukturieren und Kontext ergänzen

Damit GenAI Informationen richtig einordnen kann, brauchen Daten Kontext. Ergänzen Sie, wo notwendig, Metadaten wie Datum, Version, Abteilung, Dokumenttyp oder Vertraulichkeitsstufe. Sie helfen KI, relevante Inhalte besser zu finden und korrekt zu verwenden.

Hilfreiche Kontextinformationen sind:

  • Erstellungs- und Änderungsdatum
  • Version oder Gültigkeit
  • Abteilung oder Geschäftsbereich
  • Dokumenttyp
  • Berechtigungs- oder Vertraulichkeitsstufe

Schritt 4: Datenschutz, Zugriffsrechte und Governance klären

Eine KI-fähige Datenbasis darf nicht bedeuten, dass alle Informationen für alle zugänglich werden. GenAI-Anwendungen müssen bestehende Berechtigungen übernehmen und personenbezogene Daten schützen. Zudem sollte klar geregelt sein, welche Daten für GenAI genutzt werden dürfen, wer dafür verantwortlich ist und wie die Nutzung kontrolliert wird.

Wichtig sind:

  • rollenbasierte Zugriffsrechte
  • Datenschutzprüfung
  • Protokollierung der Nutzung
  • klare Freigabeprozesse
  • fachliche Verantwortlichkeiten

Schritt 5: Technische Architektur schaffen

Für den produktiven Einsatz müssen Unternehmensdaten sicher mit GenAI-Anwendungen verbunden werden, zum Beispiel über eine RAG-Architektur, bei der relevante Informationen aus internen Quellen gesucht und der KI als Kontext bereitgestellt werden.

Zentrale Bausteine:

  • Schnittstellen zu CRM, ERP, DMS, Wiki oder Support-System
  • Datenaufbereitung und Indexierung
  • Übernahme von Berechtigungen
  • Quellenanzeige in Antworten
  • Monitoring der Ergebnisqualität

Schritt 6: Mit konkreten Use Cases starten

Der Einstieg sollte über einen klar begrenzten Anwendungsfall erfolgen. Statt sofort alle Datenquellen anzubinden, starten Unternehmen besser mit einem konkreten Problem, messbarem Nutzen und überschaubaren Datenbeständen.

Geeignete Einstiegsfälle sind:

  • interne Wissenssuche
  • Kundenservice-Assistent
  • Zusammenfassung von Kundenvorgängen
  • Vertragsanalyse
  • Angebots- oder Ausschreibungsunterstützung
  • Onboarding-Assistent
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Häufige Fehler beim Aufbau einer KI-fähigen Datenbasis

Beim Aufbau einer KI-fähigen Datenbasis liegen die größten Stolpersteine häufig nicht bei der KI selbst. Probleme entstehen vor allem dann, wenn Unternehmen Daten, Verantwortlichkeiten und spätere Betriebsprozesse zu spät berücksichtigen. Besonders häufig treten folgende Fehler auf:

  1. Mit der Technologie statt mit dem Use Case beginnen
    Wer zuerst KI-Modelle, Plattformen oder Tools auswählt, riskiert eine Architektur ohne klaren geschäftlichen Zweck. Entscheidend ist zunächst die Frage: Welche Aufgabe soll GenAI lösen und welche Informationen benötigt sie dafür? Erst daraus ergibt sich, welche Datenquellen tatsächlich relevant sind.
  2. Datenqualität überschätzen
    Vorhandene Daten sind nicht automatisch KI-fähige Daten. Veraltete Dokumente, widersprüchliche Aussagen, Dubletten oder fehlende Metadaten können dazu führen, dass GenAI zwar plausible, aber fachlich falsche Antworten erzeugt. Datenqualität sollte deshalb vor und während der Anbindung systematisch geprüft werden.
  3. Zugriffsrechte erst nachträglich berücksichtigen
    Eine GenAI-Anwendung darf Nutzerinnen und Nutzern keine Informationen zugänglich machen, auf die sie in den Ursprungssystemen keinen Zugriff hätten. Werden Rollen, Berechtigungen und Vertraulichkeitsstufen erst spät berücksichtigt, müssen Architekturen häufig aufwendig nachgebessert werden.
  4. Zu viele Datenquellen gleichzeitig anbinden
    Mehr Daten führen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Wer im ersten Pilotprojekt möglichst viele Systeme integrieren möchte, erhöht Komplexität, Kosten und Fehleranfälligkeit. Sinnvoller ist es, mit wenigen relevanten Datenquellen und einem klar abgegrenzten Use Case zu starten.
  5. Fachbereiche zu wenig einbeziehen
    Ob eine KI-Antwort tatsächlich korrekt und hilfreich ist, lässt sich nicht allein technisch bewerten. Fachliche Expertinnen und Experten müssen deshalb frühzeitig festlegen, welche Quellen vertrauenswürdig sind, welche Antworten erwartet werden und anhand welcher Kriterien die Ergebnisqualität bewertet wird.
  6. Den späteren Betrieb nicht mitplanen
    Ein erfolgreicher Pilot ist noch keine produktive GenAI-Anwendung. Ohne Verantwortlichkeiten für Aktualisierung, Qualität, Berechtigungen und Monitoring verliert die Datenbasis mit der Zeit an Verlässlichkeit. Der Übergang in den Regelbetrieb sollte deshalb bereits im Pilotprojekt mitgedacht werden.

Wie bleibt eine Datenbasis dauerhaft KI-fähig?

Eine Datenbasis ist nicht dauerhaft KI-fähig, nur weil sie einmal bereinigt, strukturiert und technisch angebunden wurde. Im laufenden Betrieb verändern sich Daten, Systeme und Zugriffsrechte kontinuierlich. Gleichzeitig entstehen durch die Nutzung von GenAI neue Erkenntnisse darüber, welche Informationen fehlen oder zu fehlerhaften Ergebnissen führen.

Unternehmen sollten die Pflege der Datenbasis deshalb als kontinuierlichen Betriebsprozess verstehen. Besonders wichtig sind dabei sechs Bereiche:

Aktualität sicherstellen
Dokumente und Datensätze sollten klare Gültigkeits- und Aktualisierungsregeln erhalten. Veraltete Richtlinien, Produktinformationen oder Prozessbeschreibungen müssen automatisiert oder über definierte Review-Prozesse erkannt, aktualisiert oder aus dem für GenAI verfügbaren Datenbestand entfernt werden.

Datenqualität überwachen
Auch nach der initialen Bereinigung können neue Dubletten, Widersprüche oder unvollständige Informationen entstehen. Qualitätskriterien sollten deshalb dauerhaft überwacht werden. Dazu können beispielsweise Vollständigkeit, Aktualität, Konsistenz und die Qualität relevanter Metadaten gehören.

Berechtigungen regelmäßig überprüfen
Rollen und Zuständigkeiten verändern sich. Mitarbeitende wechseln Abteilungen, Projekte enden und vertrauliche Informationen erhalten neue Schutzanforderungen. Zugriffsrechte der GenAI-Anwendung sollten deshalb möglichst automatisch mit den führenden Systemen synchronisiert und regelmäßig überprüft werden.

Technische Bereitstellung kontrollieren
Auch technisch muss sichergestellt sein, dass neue oder aktualisierte Inhalte zuverlässig für GenAI verfügbar werden. Unternehmen sollten beispielsweise überwachen, ob Schnittstellen funktionieren, Daten vollständig indexiert werden und Aktualisierungen zeitnah im Such- oder RAG-System ankommen.

Verantwortlichkeiten etablieren
Für relevante Datenbestände sollte eindeutig geregelt sein, wer für Inhalte, Qualität, Freigaben und Berechtigungen verantwortlich ist. Solche Data Owner oder fachlichen Verantwortlichen sind insbesondere dann wichtig, wenn die KI auf Informationen aus mehreren Systemen und Geschäftsbereichen zugreift.

Ergebnisqualität beobachten
Ob eine Datenbasis ihren Zweck erfüllt, zeigt sich letztlich an den Antworten der GenAI-Anwendung. Unternehmen sollten deshalb systematisch untersuchen, bei welchen Fragen falsche, unvollständige oder nicht ausreichend belegte Antworten entstehen. Diese Erkenntnisse können wiederum genutzt werden, um fehlende Inhalte, Qualitätsprobleme oder Schwächen bei der Informationsbereitstellung gezielt zu beheben.

So entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf: GenAI nutzt Unternehmensdaten – die Ergebnisqualität zeigt Schwachstellen – und diese Erkenntnisse fließen zurück in die Pflege der Datenbasis.

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Fazit: GenAI beginnt bei den Daten

Generative KI kann Unternehmen erheblich produktiver machen. Sie kann Wissen schneller zugänglich machen, Mitarbeitende entlasten, Kundenservice verbessern und komplexe Informationen verständlich aufbereiten. Der entscheidende Hebel dafür ist jedoch nicht allein das KI-Modell, sondern die Qualität und Nutzbarkeit der Unternehmensdaten.

Eine KI-fähige Datenbasis entsteht durch Dateninventur, Qualitätsmanagement, Strukturierung, Governance, Datenschutz und eine passende technische Architektur. Sie verbindet Informationen aus bestehenden Systemen mit klaren Regeln für Zugriff und Nutzung.

Unternehmen, die ihre Datenbasis systematisch vorbereiten, schaffen die Grundlage für sichere, verlässliche und skalierbare GenAI-Anwendungen. Sie machen aus verstreutem Unternehmenswissen einen produktiven Rohstoff für bessere Entscheidungen, effizientere Prozesse und neue digitale Services.

FAQ

Wie lassen sich Unternehmensdaten sicher mit GenAI verbinden?

Unternehmensdaten müssen nicht direkt Bestandteil eines KI-Modells werden. Häufig werden sie über eine kontrollierte Architektur wie Retrieval-Augmented Generation (RAG) angebunden. Dabei sucht das System relevante Informationen in freigegebenen Unternehmensquellen und stellt sie dem Sprachmodell gezielt als Kontext zur Verfügung. Wichtig sind dabei unter anderem rollenbasierte Berechtigungen, verschlüsselte Datenübertragung, Protokollierung sowie klare Regeln dafür, welche Informationen die GenAI-Anwendung verwenden darf.

Welche Daten sollten nicht für GenAI genutzt werden?

Nicht jeder verfügbare Datenbestand sollte automatisch für GenAI freigegeben werden. Ausgeschlossen oder besonders geprüft werden sollten beispielsweise personenbezogene oder besonders sensible Daten, vertrauliche Geschäfts- und Personaldaten sowie Informationen, deren Nutzung rechtlich oder vertraglich eingeschränkt ist.

Auch fachlich ungeprüfte, veraltete oder widersprüchliche Inhalte sollten nicht einfach angebunden werden. Entscheidend ist daher nicht nur, ob Daten technisch verfügbar sind, sondern ob sie für den jeweiligen Use Case genutzt werden dürfen und sollten.

Wie lange dauert es, Unternehmensdaten KI-fähig zu machen?

Das hängt stark vom Anwendungsfall, der Anzahl der Datenquellen und der bestehenden Datenqualität ab. Ein klar abgegrenzter Use Case mit wenigen gut gepflegten Quellen lässt sich deutlich schneller umsetzen als eine unternehmensweite Wissensplattform mit zahlreichen Systemen und unterschiedlichen Berechtigungskonzepten.

Statt die gesamte Datenlandschaft auf einmal KI-fähig machen zu wollen, empfiehlt sich deshalb ein schrittweises Vorgehen: mit einem konkreten Use Case beginnen, die dafür benötigten Daten vorbereiten und die Architektur anschließend gezielt erweitern.

Muss ein Unternehmen für GenAI alle Daten zentralisieren?

Nein. Eine KI-fähige Datenbasis bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Unternehmensdaten in einem zentralen System gespeichert werden müssen. GenAI-Anwendungen können Informationen aus unterschiedlichen Quellsystemen wie CRM, ERP, Dokumentenmanagement oder Wiki beziehen.

Entscheidend ist, dass relevante Daten zuverlässig auffindbar und technisch zugänglich sind und bestehende Berechtigungen eingehalten werden. Je nach Architektur können die Informationen daher in ihren Ursprungssystemen verbleiben und bei Bedarf für die GenAI-Anwendung bereitgestellt werden.