OpenAI hat am 29. September 2026 auf dem DevDay mit Dots dauerhaft aktive KI-Agenten vorgestellt. Sie basieren auf GPT-6 Astra, arbeiten auf einem eigenen Cloud-Computer und verfolgen Ziele der Nutzer auch dann weiter, wenn niemand mit ihnen chattet. Damit folgt OpenAI dem Trend zu persönlichen Agenten, den auch Meta mit Muse bedient. Was Dots von klassischen Chatbots unterscheidet, wie viel Kontrolle Nutzer behalten und worauf Unternehmen jetzt achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Was sind Dots? 

Dots sind persönliche KI-Agenten in ChatGPT, die Aufgaben dauerhaft im Hintergrund übernehmen. Nutzer starten mit einem eigenen Dot, geben ihm einen Namen und gestalten ihn nach ihren Wünschen. Erreichbar sind sie über ChatGPT, per Sprachanruf sowie über Slack und Microsoft Teams. Slack ist ein Chat-Programm, in dem Teams im Arbeitsalltag schreiben, Dateien teilen und Aufgaben besprechen. Der Kontext bleibt dabei über alle Kanäle hinweg erhalten. 

Zum Start sind Dots für Pro-Nutzer ab 18 Jahren außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und Großbritanniens verfügbar. Business-Premium-Nutzer erhalten sie in allen unterstützten Regionen. Für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Business Premium damit neben der Enterprise-Beta der Zugang zu einem eigenen Dot. Auch große Unternehmen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen können Dots testen. Dafür muss aber zuerst die IT-Abteilung die Funktion einschalten. Von allein ist sie nicht aktiv. 

Wie funktionieren Dots? 

Jeder Dot hat laut OpenAI eine eigene Identität für Zugriffe und Berechtigungen, einen eigenen Cloud-Computer und einen eigenen Browser. Bei Bedarf kann er Code schreiben und testen. Über das Plugin-Ökosystem lassen sich mehr als 4.000 Apps anbinden. Mit der Zeit lernt ein Dot aus Feedback, was seinem Nutzer wichtig ist und wie dieser gute Arbeit definiert. Angelegt wird ein Dot in der ChatGPT-Desktop-App oder im Browser, danach lässt er sich auch über die mobile App ansprechen. 

Ein Dot kann mehrere Projekte parallel vorantreiben, ohne dass Nutzer getrennte Gesprächsverläufe verwalten müssen. Als Beispiel nennt OpenAI einen Tester, dessen Dot eine vergessene Rechnung bemerkte, sie vorbereitete und nach Freigabe versandte. Bei OpenAI selbst untersuchen Dots gemeldete Fehler in Slack oder helfen Teams, Fristen einzuhalten. 

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Wie Unternehmen Dots sicher und sinnvoll einsetzen

Dots zeigen, wohin sich KI im Arbeitsalltag entwickelt: weg vom Antworten, hin zum dauerhaften, eigenständigen Handeln mit Zugriff auf Tools, Konten und Kommunikationskanäle. Daraus ergeben sich folgende Aufgaben: 

  • Regeln festlegen:

    Mitarbeitende können Dots mit ihren ChatGPT-Konten einsetzen und ihnen Zugriff auf Slack, Teams oder andere Arbeitsumgebungen geben. Klare Richtlinien legen fest, wer welche Agenten mit welchen Daten nutzen darf. Private Konten gehören nicht in den Arbeitskontext: Bei Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces nutzt OpenAI Inhalte standardmäßig nicht zur Modellverbesserung, bei privaten Abos entscheiden die Nutzer selbst. 

  • Freigaben verankern:

    Dots fragen bei Entscheidungen nach, die Urteilsvermögen erfordern. Unternehmen sollten das Prinzip für eigene Agenten-Einsätze festschreiben: Handeln ja, aber nicht ohne Freigabe bei folgenreichen Aktionen. 

  • Zugriffsrechte begrenzen und DSGVO beachten:

    Ein Dot sollte nur auf die Apps zugreifen, die er für seine Aufgabe braucht. Sobald Kunden- oder Personaldaten im Spiel sind, gelten zusätzlich die Vorgaben der DSGVO. 

  • Identitäten und Verantwortlichkeiten klären:

    Spezialisierte Dots erhalten eigene Identitäten und Zugangsdaten. Es muss geklärt sein, wer sie verantwortet, wer ihre Rechte freigibt und wer haftet, wenn ein Agent einen Fehler macht. 

  • Kontrollaufwand einplanen:

    Ein Agent entlastet nur, wenn die Prüfung seiner Ergebnisse weniger Zeit kostet als die Aufgabe selbst. Pilotprojekte sollten das messen, bevor ein breiter Einsatz folgt. 

  • Verfügbarkeit und Kosten im Blick behalten:

    Der erste Dot ist in Pro und Business Premium ohne Zusatzkosten enthalten, setzt aber das jeweilige Abo voraus. Pro kostet je nach Stufe 100, 200 oder 500 US-Dollar im Monat (Stand Oktober 2026), ein Business-Workspace benötigt mindestens zwei Seats. Zusätzliche Dots und mehr Leistung sind erst für später angekündigt, Preise für spezialisierte Dots sind noch offen. Die IT sollte vorab klären, welcher Plan und welche Region infrage kommen. Im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien ist Pro derzeit ausgeschlossen. 

Vom Chatbot zum Always-on-Agenten 

Ein klassischer Chatbot antwortet, wenn man ihn fragt. Ein Dot wartet nicht auf die nächste Frage: Er prüft Kundenfeedback, setzt Korrekturen um, aktualisiert Analysen bei neuen Daten oder passt Materialien an, wenn sich ein Produkt ändert. Nutzer bekommen die Ergebnisse zur Freigabe vorgelegt. 

Gleichzeitig weist OpenAI selbst darauf hin, dass auch Dots Fehler machen können und folgenreiche Arbeitsergebnisse geprüft werden sollten. Es gibt zudem kritische Stimmen: 

  • Das Magazin BASIC thinking kritisiert in einem Kommentar, die putzige Aufmachung lenke davon ab, dass hier eine Software mit Zugriff auf hochsensible Daten weitgehend autonom handeln soll. 
  • Dem Kommentar zufolge wurde kurz vor der Präsentation die Veröffentlichung von GPT-6.1 Astra wegen Sicherheitsbedenken gestoppt. Berichten zufolge zeigte das Modell im Test unter anderem täuschendes Verhalten. 
  • Ein mehrtägiger Praxistest des Every-Gründers und KI-Unternehmers Dan Shipper zeigte Berechtigungsprobleme, verlorene Nachrichten und fehlende Funktionen. Er geht aber davon aus, dass OpenAI diese Kinderkrankheiten beseitigen wird. 
  • Zudem warnen Kritiker, der Kontrollaufwand könne die gewonnene Zeit wieder auffressen. 

Ob Dots im Alltag zuverlässig arbeiten, muss sich also erst noch zeigen. 

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Spezialisierte Dots für Organisationen 

Neben dem persönlichen Dot plant OpenAI spezialisierte Dots, die feste Zuständigkeiten innerhalb einer Organisation übernehmen und als geteilte Agenten arbeiten. Die jeweiligen Unternehmen statten sie mit eigener Identität, eigenen Zugangsdaten und Zugriff auf die nötigen Systeme aus. Erste interne Tests bei OpenAI betrafen Einkauf, Rechnungsverarbeitung, E-Mail-Marketing, Kundensupport und Vertragsabschlüsse. Anfangs gibt es nur gezielte Pilotprojekte mit ausgewählten Unternehmen. Gemeinsam mit Microsoft arbeitet OpenAI daran, spezialisierte Dots in die Governance- und Sicherheitskontrollen von Agent 365, Microsofts Plattform zur Verwaltung und Absicherung von KI-Agenten in Unternehmen, zu integrieren. 

Wie behalten Nutzer die Kontrolle? 

Je mehr ein Agent selbstständig tut, desto wichtiger werden Schutzmechanismen. OpenAI setzt bei Dots auf mehrere Ebenen: 

Schutzmechanismus So behalten Nutzer die Kontrolle
Berechtigungen Nutzer bestimmen, auf welche Apps ein Dot zugreifen darf.
Regeln Eigene Regeln legen fest, welche Aktionen der Dot selbstständig ausführen darf und wann er eine Freigabe benötigt.
Automatische Prüfung Aktionen mit potenziellen Auswirkungen auf Konten oder Daten werden vorab auf Sicherheitsanforderungen und Regeln geprüft.
Transparenz Eine Aktivitätsansicht zeigt, was der Dot auch im Hintergrund tut.
Passwörter Dots können gespeicherte Passwörter für Logins nutzen, ohne dass das Modell sie einsehen kann.
Hintergrundrecherche Die proaktive Recherche erfolgt nur mit Lesezugriff. Nachrichten können nicht versendet und App-Inhalte nicht verändert werden.
Überwachung Das Sicherheitssystem überwacht die Aktionen des Dots und greift bei erkannten Risiken ein.

Fazit 

Richtig eingesetzt, können Agenten wie Dots Mitarbeitende von Routineaufgaben entlasten. Entscheidend sind klare Regeln und der Datenschutz. Wer unsicher ist, ob eigene KI-Anwendungen den Anforderungen von DSGVO und EU AI Act standhalten, muss diese Fragen nicht allein klären. Mit dem KI Compliance Check von mindsquare prüfen wir Ihre KI-Anwendungen strukturiert auf regulatorische Risiken, von der DSGVO über Dokumentationspflichten bis zur Einordnung nach dem EU AI Act. 

Ein strukturierter KI Compliance Check hilft Ihnen, Compliance-Risiken frühzeitig zu identifizieren und Projekte zukunftssicher zu gestalten.

FAQs 

Was sind Dots von OpenAI?

Dots sind persönliche KI-Agenten in ChatGPT, die Aufgaben dauerhaft im Hintergrund übernehmen und mit verbundenen Apps arbeiten. 

Wer kann Dots nutzen?

Zum Start sind Dots für Pro- und Business-Premium-Nutzer ab 18 Jahren verfügbar, Pro allerdings nicht im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien. Business Premium gilt in allen unterstützten Regionen. Enterprise-, Edu- und Healthcare-Kunden können die Beta nutzen, wenn ihre Administration sie freischaltet. 

Sind Dots in Deutschland verfügbar?

Ja, aber derzeit nur über Business Premium oder die Enterprise-Beta. Pro-Nutzer im EWR sind zum Start ausgeschlossen. 

Was kostet ein Dot?

Der erste Dot ist in Pro und Business Premium enthalten. Pro kostet je nach Stufe 100, 200 oder 500 US-Dollar im Monat, Business benötigt mindestens zwei Seats. Preise für zusätzliche und spezialisierte Dots hat OpenAI noch nicht genannt. 

Handelt ein Dot ohne mein Wissen?

Laut OpenAI hat jeder Dot integrierte Regeln, wann er selbstständig handelt und wann er um Freigabe bittet. Nutzer können zusätzlich eigene Regeln festlegen und die Aktivitäten jederzeit einsehen. Besonders sensible Aufgaben wie das Ändern eines Passworts bleiben immer beim Menschen. 

Werden meine Daten zum Training genutzt?

Bei Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces nutzt OpenAI Inhalte standardmäßig nicht zur Modellverbesserung. Bei privaten Abos können Nutzer das selbst festlegen. 

Machen Dots Fehler?

Ja, OpenAI weist selbst darauf hin, dass Dots Fehler machen können. Arbeitsergebnisse mit weitreichenden Folgen sollten deshalb immer geprüft werden. 

Was sind spezialisierte Dots?

Sie übernehmen feste Zuständigkeiten innerhalb einer Organisation und erhalten eigene Identitäten, Zugangsdaten und Systemzugriffe. OpenAI startet dafür zunächst mit gezielten Pilotprojekten. 

Sind Dots für Unternehmen gedacht?

Ja, auch. Für den Unternehmenseinsatz sind zusätzliche Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Governance zu klären. 

Wer kann mir beim Thema Dots von OpenAI helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema Dots von OpenAI benötigen, stehen Ihnen die Experten der mindsquare AG zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.