Unternehmen arbeiten heute mit einer Vielzahl digitaler Anwendungen – vom CRM über Marketing-Tools bis hin zu Cloud-Speichern oder ERP-Systemen. Häufig müssen dabei Daten zwischen diesen Systemen übertragen, geprüft oder weiterverarbeitet werden, was in der Regel manuelle Arbeitsschritte und Medienbrüche bedeutet. Plattformen wie Make.com helfen jedoch dabei, diese Prozesse zu automatisieren.

Was ist Make.com?

Make ist eine cloudbasierte Automatisierungs- und Integrationsplattform. Sie gehört zur Kategorie der iPaaS-Lösungen (Integration Platform as a Service) und ermöglicht es, verschiedene Anwendungen miteinander zu verbinden, um Prozesse zu automatisieren.

Make.com stellt dafür mehrere tausend vorgefertigte Integrationen zu bekannten SaaS-Tools bereit und erlaubt zusätzlich die Anbindung individueller Systeme über APIs. Über eine visuelle Low-Code- bzw. No-Code-Oberfläche lassen sich Workflows modellieren, in denen Daten zwischen unterschiedlichen Systemen ausgetauscht und wiederkehrende Aufgaben automatisch ausgeführt werden. Es sind keine umfangreichen Programmierkenntnisse notwendig.

Die Plattform wurde ursprünglich unter dem Namen Integromat entwickelt und später zu Make umbenannt. Heute wird sie weltweit genutzt, um Datenflüsse zwischen Cloud-Anwendungen und internen Systemen zu automatisieren.

Wie funktioniert Make.com?

Das zentrale Konzept der Plattform sind sogenannte Szenarien. Ein Szenario beschreibt einen automatisierten Workflow, der aus mehreren miteinander verbundenen Modulen besteht, wobei jedes Modul einen bestimmten Verarbeitungsschritt innerhalb eines Workflows präsentiert.

Die wichtigsten Module:

  • Trigger (Auslöser): Ein Trigger startet ein Szenario, beispielsweise wenn eine neue E-Mail eingeht, ein Formular ausgefüllt wird oder ein neuer Datensatz entsteht.
  • Aktionen: Aktionen definieren, welche Schritte nach dem Trigger automatisch ausgeführt werden sollen, zum Beispiel Anlegen eines Kontakts im CRM, Versenden einer Nachricht oder Speichern von Daten.
  • Logik und Datenverarbeitung: Zwischen den Schritten können Daten gefiltert, transformiert oder mit Bedingungen verarbeitet werden. Dadurch lassen sich auch komplexe Prozesslogiken mit Verzweigungen und Entscheidungsregeln abbilden.

Ein zentrales Element von Make.com ist der Scenario Designer, die visuelle Oberfläche zur Erstellung von Automatisierungen. Nutzer können Szenarien grafisch modellieren, indem sie einzelne Module per Drag-and-Drop miteinander verbinden. Dadurch bleiben Datenflüsse und Prozesslogiken transparent und nachvollziehbar. Gleichzeitig macht der Scenario Designer Make auch für Nutzer ohne tiefgehende Programmierkenntnisse handhabbar.

Die Kernfunktionen im Überblick:

  • Drag-and-Drop-Oberfläche zur visuellen Erstellung von Workflows
  • Echtzeit-Vorschau der Datenflüsse zwischen angebundenen Anwendungen
  • Vorlagenbibliothek für häufige Automatisierungsszenarien
  • Routing und Entscheidungslogik mit IF/THEN-Bedingungen
  • Fehlerbehandlung und Monitoring direkt im visuellen Interface
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Integrationen und API-Anbindung

Make.com bietet eine umfangreiche Bibliothek mit Integrationen zu vielen verbreiteten Cloud-Anwendungen, darunter CRM-Systeme, Marketing-Tools, E-Commerce-Plattformen oder Kollaborationssoftware.

Darüber hinaus unterstützt die Plattform:

  • REST-API-Integration für individuelle Systeme
  • Webhooks zur Verarbeitung externer Ereignisse
  • Datenformate wie JSON oder XML
  • Datenmanipulation und Mapping innerhalb von Workflows

Dadurch eignet sich Make.com nicht nur für einfache Automatisierungen, sondern auch für komplexe Integrationsszenarien zwischen verschiedenen Systemlandschaften.

Typische Einsatzszenarien

Make.com kann für Automatisierungen in allen Unternehmensbereichen eingesetzt werden. Beliebt ist das Tool vor allem, wenn Fachbereichsmitarbeitende Automatisierungen selbst einrichten und pflegen sollen.

Marketing und Vertrieb

  • Übertragung von Leads aus Formularen in CRM-Systeme
  • Automatisierte Follow-up-E-Mails
  • Synchronisation von Kontakt- und Kampagnendaten

Kundenservice

  • Automatische Erstellung von Support-Tickets
  • Weiterleitung von Kundenanfragen an zuständige Teams
  • Dokumentation von Servicevorgängen

Backoffice und Operations

  • Automatisierte Rechnungs- oder Dokumentenverarbeitung
  • Synchronisation von ERP- und Cloud-Daten
  • Automatisierte Berichte oder Datenauswertungen

E-Commerce

  • Synchronisation von Bestellungen und Kundendaten
  • Automatische Versandbenachrichtigungen
  • Integration von Shopsystemen und Logistiklösungen

KI-gestützte Automatisierung

Immer häufiger wird Make auch zur Automatisierung KI-gestützter Workflows eingesetzt. Über Integrationen oder APIs lassen sich beispielsweise Sprachmodelle und KI-Services in Automatisierungen einbinden.

Mögliche Anwendungsfälle sind:

  • Automatische Klassifikation von Dokumenten oder E-Mails
  • Zusammenfassung von Texten oder Supportanfragen
  • Generierung von Antworten oder Berichten
  • Datenanalyse innerhalb automatisierter Workflows
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Vorteile von Make.com

Der Einsatz einer Automatisierungsplattform bietet mehrere Vorteile für Unternehmen:

  • Umfangreiches Integrations-Ökosystem: Make.com bietet eine große Anzahl nativer Integrationen und ermöglicht zusätzlich die Anbindung individueller Systeme über APIs und Webhooks.
  • Leistungsfähiger visueller Scenario Designer: Workflows lassen sich per Drag-and-Drop modellieren und bieten eine transparente Darstellung von Datenflüssen und Prozesslogiken.
  • Hohe Flexibilität bei der Automatisierung: Durch Module, Filter, Router und Bedingungen können auch komplexe Prozesse mit mehreren Entscheidungswegen umgesetzt werden.
  • Vorlagen und schneller Einstieg: Eine umfangreiche Vorlagenbibliothek erleichtert die Erstellung typischer Automatisierungen und beschleunigt die Umsetzung.
  • Erweiterte API- und Webhook-Unterstützung: Neben Standardintegrationen lassen sich auch individuelle Integrationsszenarien flexibel umsetzen.
  • Robuste Fehlerbehandlung und Szenario-Steuerung: Automatisierungen können so konfiguriert werden, dass sie auch bei Fehlern weiterlaufen oder alternative Prozesspfade nutzen.
  • Flexible Ausführung und skalierbare Nutzung: Szenarien lassen sich ereignisbasiert oder zeitgesteuert ausführen und können mit steigenden Anforderungen erweitert werden.

Herausforderungen und Grenzen

Der Einsatz von Automatisierungsplattformen ist mit eigenen Herausforderungen verbunden. Zudem hat auch Make, wie jede Software, ihre Schwächen. Dieser sollten sich Unternehmen bewusst sein.

  • Governance und Übersichtlichkeit: Mit wachsender Anzahl an Szenarien kann die Automatisierungslandschaft schnell unübersichtlich werden. Ohne klare Struktur, Namenskonventionen und Dokumentation entstehen schwer wartbare Integrationen.
  • Steile Lernkurve bei komplexeren Szenarien: Die Erstellung stabiler und skalierbarer Workflows erfordert ein Verständnis für Datenflüsse, Logik und Systemintegration.
  • Komplexität beim Daten-Mapping: Die Verarbeitung und Zuordnung von Daten zwischen Modulen ist leistungsfähig, aber nicht immer intuitiv.
  • Teilweise technisch geprägte Benutzerführung: Die Oberfläche und Terminologie orientieren sich teilweise an technischen Konzepten, was für Einsteiger herausfordernd sein kann.
  • Fehlermeldungen und Debugging: Fehler werden oft technisch dargestellt und sind nicht immer leicht zu interpretieren.
  • Eingeschränkte Test- und Ausführungssteuerung: Es gibt keine vollständig isolierte Testumgebung, und zeitgesteuerte Szenarien arbeiten mit festen Intervallen, was die Entwicklung und Steuerung erschweren kann.
  • Kostenmodell auf Basis von Operationen: Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert. Bei komplexen oder häufig ausgeführten Automatisierungen können die Kosten entsprechend steigen.
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Fazit

Make.com ist eine Plattform, mit der Unternehmen Anwendungen miteinander verbinden und automatisierte Workflows erstellen können. Mit und ohne KI-Einsatz. Der große Vorteil von Make: Einfache Workflow-Automatisierungen lassen sich ohne Programmierkenntnisse umsetzen.

Besonders in Organisationen mit vielen Cloud-Tools kann die Plattform dazu beitragen, manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren, Datenflüsse zu automatisieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Allerdings ist eine klare Governance wichtig, damit die Automatisierungen langfristig transparent und wartbar bleiben.

FAQ

Was ist Make.com und wofür wird es eingesetzt?

Make.com ist eine Automatisierungsplattform, mit der sich Anwendungen miteinander verbinden und wiederkehrende Prozesse automatisieren lassen. Typische Einsatzbereiche sind Marketing-Automatisierung, CRM-Integration, Daten­synchronisation oder automatisierte Workflows im Kundenservice.

Braucht man Programmierkenntnisse, um Make.com zu nutzen?

Nein. Viele Automatisierungen lassen sich über eine visuelle Oberfläche per Drag-and-Drop erstellen. Für komplexere Integrationen können jedoch APIs, Webhooks oder Skripte eingebunden werden.

Welche Systeme lassen sich mit Make.com integrieren?

Make.com bietet Integrationen zu tausenden Cloud-Anwendungen wie CRM-Systemen, Marketing-Tools, Projektmanagement-Software oder E-Commerce-Plattformen. Über APIs können auch individuelle Systeme angebunden werden.

Wer kann mir beim Thema Make.com helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema Make.com benötigen, stehen Ihnen die Experten der mindsquare AG zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.