Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz bringt nicht nur enorme Chancen mit sich, sondern konfrontiert Unternehmen auch mit einer Vielzahl regulatorischer, ethischer und sicherheitsrelevanter Herausforderungen. In Deutschland und der EU steigen die Anforderungen an verantwortungsvolle KI-Governance und Compliance stetig. Unternehmen, die KI-Systeme in ihre Prozesse integrieren, müssen sich diesen Anforderungen stellen, um nicht nur gesetzeskonform zu handeln, sondern auch Vertrauen bei Kunden, Partnern und der Öffentlichkeit aufzubauen.

Was ist der Unterschied zwischen KI-Governance und KI-Compliance?

KI-Governance beschreibt den organisatorischen Rahmen für den Einsatz von KI: Strategien, Richtlinien, Prozesse und ethische Prinzipien, die sicherstellen, dass KI im Einklang mit den Unternehmenszielen und -werten genutzt wird. Sie sorgt für klare Verantwortlichkeiten und schafft Transparenz in der Steuerung von KI-Projekten.

KI-Compliance hingegen fokussiert sich auf die konkrete Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben. Hierzu zählen etwa Datenschutzgesetze, Anforderungen an Fairness oder branchenspezifische Regularien. Ziel ist es, Risiken wie Diskriminierung, Datenschutzverstöße oder Sicherheitslücken zu vermeiden und den rechtskonformen Einsatz von KI sicherzustellen.

Beide Dimensionen sind eng miteinander verknüpft: Während die Governance die Strukturen vorgibt, stellt die Compliance sicher, dass diese Strukturen auch in der Praxis wirksam sind.

In unserem Workshop erfahren Sie, wie Sie KI sicher, transparent und gesetzeskonform in Ihrem Unternehmen nutzen.

Wichtige Frameworks und Regelwerke auf einen Blick

EU AI Act

  • Kategorie: Compliance (Regulatorik)
  • Nutzen: Legt verbindliche Regeln für die Entwicklung und den Einsatz von KI in der EU fest. Unternehmen müssen KI-Systeme nach Risikoklassen einordnen und entsprechende Anforderungen erfüllen.

ISO/IEC 42001

  • Kategorie: Governance (Managementsysteme)
  • Nutzen: Bietet einen Rahmen für die Implementierung, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung eines KI-Managementsystems in Organisationen.

NIST AI RMF

  • Kategorie: Governance & Compliance (Risikomanagement)
  • Nutzen: Stellt einen umfassenden Ansatz zur Identifizierung und Bewertung von KI-Risiken bereit, um diese effektiv zu managen und zu mindern.

ISO/IEC 23894

  • Kategorie: Compliance (Risikomanagement)
  • Nutzen: Liefert Leitlinien für das Risikomanagement von KI-Systemen, unterstützt Unternehmen bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen.

ISO/IEC 38507

  • Kategorie: Governance (Management)
  • Nutzen: Bietet Leitlinien für die Governance von KI in Organisationen, unterstützt Führungskräfte bei der Integration von KI in Geschäftsstrategien.

ISO/IEC TR 24028

  • Kategorie: Compliance (Ethik)
  • Nutzen: Befasst sich mit Vertrauensaspekten in KI-Systemen und liefert Empfehlungen für ethische KI-Entwicklung und -Nutzung.

OECD AI Principles

  • Kategorie: Governance (Ethik)
  • Nutzen: Definiert ethische Grundsätze für die Entwicklung und Nutzung von KI, die als Orientierung für Unternehmen dienen.

Microsoft Purview

  • Kategorie: Governance & Compliance (Tool)
  • Nutzen: Bietet Tools zur Verwaltung und zum Schutz von Daten in KI-Systemen, unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen.

In unserem Webinar geben wir einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Regelungen, zeigen, welche Pflichten auf Anbieter und Betreiber zukommen, und erläutern, wie Sie sich auch ohne juristische Vorkenntnisse bereits heute gut aufstellen können.

Frameworks sinnvoll kombinieren: So gelingt die Umsetzung

Viele dieser Standards greifen ineinander:

  • ISO IEC 23894 <> EU AI Act: Regulierungen wie der EU AI Act verlangen von Unternehmen, dass sie KI-Risiken systematisch managen – die ISO/IEC 23894 liefert hierfür eine anerkannte Methodik
  • ISO/IEC 23894 <> ISO 42001: ISO/IEC 23894 fokussiert sich spezifisch auf KI-Risikomanagement und ergänzt andere Standards wie ISO 42001 für KI-Managementsysteme.
  • ISO/IEC 42001 <> NIST AI RMF: Beide Frameworks ergänzen sich in der Implementierung eines ganzheitlichen KI-Managements. Während ISO/IEC 42001 den übergeordneten Rahmen liefert, bietet NIST AI RMF spezifische Risikomanagement-Praktiken.
  • OECD AI Principles <> ISO/IEC TR 24028: Die OECD-Prinzipien definieren ethische Leitlinien, während ISO/IEC TR 24028 konkrete Empfehlungen zur Umsetzung vertrauenswürdiger KI liefert. Gemeinsam bilden sie eine solide Basis für ethische KI-Governance.
  • EU AI Act <> Microsoft Purview: Die strengen Datenschutzanforderungen des EU AI Act können durch die Compliance-Tools von Microsoft Purview unterstützt werden, insbesondere im Bereich Datenverwaltung und -schutz.
  • ISO/IEC 38507 <> NIST AI RMF: ISO/IEC 38507 bietet Führungskräften Leitlinien zur KI-Governance, während NIST AI RMF detaillierte Risikomanagement-Praktiken liefert. Zusammen ermöglichen sie eine umfassende KI-Strategie von der Vorstandsebene bis zur operativen Umsetzung.
  • ISO/IEC 38507 <> EU AI Act: Der EU AI Act setzt Anforderungen an die Verantwortlichkeit und Steuerung von KI, während ISO/IEC 38507 Leitlinien zur strategischen Einbindung in die IT-Governance bietet.
  • OECD AI Principles <> EU AI Act: Die OECD AI Principles haben die ethische Grundlage des EU AI Acts beeinflusst, insbesondere in den Bereichen Transparenz und menschenzentrierte KI.
  • ISO/IEC TR 24028 <> ISO/IEC 23894: Die ISO/IEC TR 24028 fokussiert sich auf Sicherheitsaspekte von KI, während ISO/IEC 23894 diese Risiken in einem systematischen Managementansatz einordnet.
  • Microsoft Purview <> ISO/IEC 42001: Microsoft Purview kann als technisches Hilfsmittel dienen, um ein KI-Managementsystem nach ISO/IEC 42001 effizient umzusetzen.
  • NIST AI RMF <> ISO/IEC TR 24028: Das NIST Framework bietet einen umfassenden Ansatz zum KI-Risikomanagement, während ISO/IEC TR 24028 sich auf Vertrauensaspekte konzentriert. Die Kombination beider Ansätze ermöglicht ein ganzheitliches Risiko- und Vertrauensmanagement für KI-Systeme.
  • ISO/IEC 42001 <> ISO/IEC 38507: Während ISO/IEC 42001 einen Rahmen für KI-Managementsysteme bietet, fokussiert sich ISO/IEC 38507 auf die Governance-Aspekte auf Vorstandsebene. Gemeinsam ermöglichen sie eine durchgängige KI-Governance von der strategischen bis zur operativen Ebene.
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Fazit: Verantwortungsvoll handeln und Vertrauen schaffen

Eine fundierte Strategie für KI-Governance und -Compliance ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Sie sichert nicht nur regulatorische Konformität, sondern stärkt Ihr Unternehmen langfristig durch Vertrauen, Transparenz und ethisches Handeln.

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