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SAP Global Batch Traceability (SAP GBT)

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Tim Lutz
Knowhow » SAP Logistik » SAP Global Batch Traceability (SAP GBT)
 - 25. Mai 2020

Die Analyse des gesamten Produktnetzwerks kann sehr zeitraubend sein, da alle Objekte zunächst einzeln erfasst und mit den dazugehörigen Daten an das System überliefert werden müssen. SAP Global Batch Traceability (SAP GBT) kann hierbei Abhilfe schaffen. Das Tool unterstützt Unternehmen dabei, den gesamten Produktverteilungszyklus vom Ursprung des Rohmaterials über verschiedene Produktionsstadien bis hin zur internen sowie externen Verteilung festzuhalten, anzuzeigen und zu analysieren.

Verwendung

SAP GBT ermöglicht die lückenlose Verfolgung von Objekten, z.B. einer Charge, über SAP- und Nicht-SAP-Systemen hinweg. Allerdings müssen hierfür Unternehmen zunächst alle vorhandenen Systeme innerhalb der Logistikkette miteinander verknüpfen. Nur so können sie gewährleisten, dass die notwendigen Informationen zu einem verfolgten Objekt berücksichtigt werden.

Zur Analyse der globalen Netzwerke für die Chargenrückverfolgung stellt das Tool dann mehrere Prozesse und Vorgänge bereit. Es ist jedoch auch möglich, mehrere Objekte, z.B. Chargen, zeitgleich zu analysieren. Bei einer Produktreklamation stellt SAP GBT zudem die Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Meldezeiten sicher und minimiert dadurch anfallende Kosten sowie Unternehmensrisiken.

Integration

SAP GBT lässt sich problemlos mit bestehenden SAP- und Nicht-SAP-Systemen integrieren. Die Benutzeroberflächen basieren dabei auf der Web-Dynpro-ABAP Anwendung Floorplan Manager. Aus diesem Grund sind auch alle Konfigurations- und Erweiterungsmöglichkeiten des Floorplan Managers in SAP GBT verwendbar. Die Anwendung selbst lässt sich mit einem SAP Business Client aufrufen, der wiederum mit einem ABAP-Mandanten verbunden ist.

Konzept

Das Konzept von SAP GBT gestaltet sich dabei wie folgt. Ein Quellsystem, wie z.B. ein SAP-ERP- oder Nicht-SAP-Bestandsführungssystem, legt alle Stamm- und Verwendungsdaten ab und sendet diese dann an SAP GBT. Somit erfolgt jedes Mal, wenn eine Warenbewegung für ein chargengeführtes Material gebucht wird, eine entsprechende Informationsübermittlung an SAP GBT. Anschließend werden dort die Beziehungen zwischen den Geschäftsbelegen und den verfolgten Objekten angelegt und in einem globalen Netzwerk für die Chargenrückverfolgung abgebildet. Auf diese Weise wird die Analyse des gesamten Netzwerks erleichtert.

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Allerdings werden an SAP GBT nicht nur die Beziehungen, sondern auch die Detailinformationen zu den verfolgten Objekten und den Geschäftsbelegen übermittelt. Dies trägt zu einem besseren Verständnis der Informationen zu einer Beziehung bei. Bei der Übermittlung werden jedoch nicht alle Detailinformationen zu einem verfolgten Objekt oder einem Geschäftsbeleg überliefert, sondern nur diese, die für die Chargenverfolgung bedeutsam sind. Über die Navigation zum Quellsystem können die Informationen zum verfolgten Objekt oder Geschäftsbeleg dann genauer analysiert werden.

Beispiel

Dieses komplex erscheinende Konzept lässt sich anhand eines kurzen Beispiels anschaulich erläutern. In einem SAP ERP-System werden folgende Warenbewegungen für das chargengeführte Material MILCH an SAP GBT übertragen:

  • Warenausgang für Rohmaterial MILCH mit Chargennummer 06/06/2021 zu Produktionsauftrag 100
  • Wareneingang für Rohmaterial Joghurt mit Chargennummer 10/06/2021 zu Produktionsauftrag 100

Das SAP GBT legt hierfür eine Beziehung an, die zeigt, dass die Charge 06/06/2021 für das chargengeführte Material MILCH in Produktionsauftrag 100 verwendet wurde, um damit wiederum die Charge 10/06/2021 für Joghurt herzustellen. Falls diese Informationen nicht ausreichen, müssen zunächst zusätzliche Attribute des Produktionsauftrags, wie z.B. das Werk, bekannt sein, um weitere Untersuchungen vornehmen zu können. SAP GBT liefert die Informationen, dass die Charge 10/06/2021 mit Produktionsauftrag 100 im Werk 1100 Madrid erstellt wurde. Anschließend kann der Produktionsauftrag über die Navigation zum Quellsystem im Detail analysiert werden.

Funktionsumfang

SAP GBT dient als Unterstützung, um verfolgte Objekte, wie z.B. Chargen, zu identifizieren, welche aufgrund einer Produktreklamation überprüft werden müssen. Diese Identifizierung wird dabei anhand vorgegebener Attribute vorgenommen, nach denen systemübergreifend gesucht werden kann. Anschließend gibt SAP GBT ein globales Netzwerk für die Chargenrückverfolgung als Tabelle oder Grafik aus.

Wenn eine oder mehrere Chargen-IDs oder Handling-Unit-Nummern bekannt sind, kann das dazugehörige globale Netzwerk für die Chargenrückverfolgung ebenfalls direkt angezeigt und aufsteigend (bottom-up) oder absteigend (top-down) analysiert werden. Auf diese Weise bietet das Chargennetzwerk eine zentrale Übersicht über die betroffenen Chargen oder Handling Units innerhalb der gesamten Systemlandschaft. Darüber hinaus ist es möglich, in andere Systeme zu navigieren, um weitere Detailinformationen zu einem Objekt erhalten. Folglich kann z.B. zu SAP ERP navigiert werden, um detaillierte Informationen zu einer Lieferung zu bekommen, die einer betroffenen Charge zugeordnet ist.

SAP GBT (Global Batch Traceability) - Lösung zur Verwaltung Ihrer Logistikkette und Chargenrückverfolgung

Diese Prozesse und Vorgänge sind nicht nur sinnvoll, um die Ursache eines Problems zu analysieren, sondern auch, um die Datenqualität zu verbessern sowie die Kosten und Risiken zu minimieren. Unternehmen erhalten so beispielsweise einen Überblick darüber, ob eine schadhafte Charge immer noch in der Produktion verwendet oder gar an den Kunden geliefert wird und können entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Businessfunktion

Die Businessfunktion stellt eine weitere wichtige Funktion innerhalb von SAP GBT dar. Mit dieser Funktion können Handling Units sowie Lagereinheiten für chargenverwaltete Materialien als zusätzliche Informationen in ein globales Chargenrückverfolgbarkeitsnetzwerk angezeigt und integriert werden. Dadurch werden die Möglichkeiten zur Analyse eines globalen Chargenrückverfolgbarkeitsnetzwerks erweitert. In SAP ERP kann GBT sogar das Traceability-Netzwerk für Handling Units anzeigen. In diesen Fall werden die Handling Units als Netzwerkknoten dargestellt.

Funktionen der Handling Units

Die Handling Units werden in zwei verschiedene Arten unterschieden. Bei der Ersten handelt es sich um Handling Units, die für eine Rückverfolgung als Netzwerkknoten dargestellt werden. Die zweite Art wird hingegen als zusätzliche Information für Materialbelege angezeigt. Bei der ersten Art sind in SAP ERP verwendete Handling Units in SAP GBT integriert. Bei der zweiten Art trifft dies ebenfalls zu, allerdings sind hier noch zusätzliche Lagereinheiten in SAP GBT integriert.

Beide Arten unterstützen somit Szenarien, in denen das Material mit oder ohne Lagerverwaltung, chargen- und Handling-Unit-geführt ist. Bei Handling Units, die als Netzwerkknoten angezeigt werden, werden Lagereinheiten jedoch nicht unterstützt. Im Gegensatz dazu, unterstützt die andere Variante Szenarien, in denen das Material chargen- und lagereinheitengeführt ist.

Systemverwaltung

In der Systemverwaltung lassen sich alle Aufgaben durchführen, die für die Installation, Konfiguration und Integration von SAP GBT notwendig sind. Auch weitere Aufgaben können in der Systemverwaltung bewältigt werden. Dabei können z.B. Daten hochgeladen, die Datenkonsistenz geprüft oder Benutzer sowie Rollen gepflegt werden.

Neu ab SAP GBT 3.0

Die Struktur des Einführungsleitfadens (IMG) für SAP GBT wurde ab SAP GBT 3.0 Support Package 00 geändert. Um diese Änderungen in die Projekt-IMGs zu übernehmen, müssen diese neu generiert werden.

Außerdem kann das SAP Information Lifecycle Management (SAP ILM) ab SAP GBT 3.0 genutzt werden. Dadurch kann das Sperren personenbezogener Daten und das Löschen eines globalen Netzwerks für die Chargenrückverfolgung oder eines Geschäftspartners unterstützt und erleichtert werden. Personenbezogene Daten sind in SAP GBT z.T. in den Geschäftspartner-Stammdaten und den zugehörigen Business-Objekten enthalten.

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Zudem kann die neue grafische Netzwerk-Web-Benutzungsoberfläche für SAP GBT mithilfe von HTML5 genutzt werden. Die neue grafische Web-Benutzungsoberfläche unterstützt u.a. die Verwendung verschiedener Browser und die Beschränkung der angezeigten Netzwerkgröße mithilfe der Benutzereinstellungen. Unternehmen können auch Netzwerkdaten entsprechend ihrer Geschäftsanforderungen filtern und aggregieren. Mit der Standardsuchfunktion des Webbrowsers kann der sichtbare Netzwerk-Content durchsucht und über Tastaturbefehle in das grafische Netzwerk hinein- und hinausgezoomt werden.

Fazit

Mit SAP GBT kann die Analyse des Produktnetzwerks stark vereinfacht werden. Unternehmen erhalten einen besseren Überblick über die Beziehungen ihrer Objekte und sind dadurch in der Lage Produktreklamationen schnellstmöglich zu überprüfen. Es können nicht nur die Ursachen eines Problems gefunden, sondern auch Kosteneinsparung und Risikominimierung erzielt werden.

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