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DDMRP

Tim Lutz
4. Dezember 2023

Kurzfristige Änderungen in der Lieferkette sind oft große Herausforderungen für Unternehmen. Gerade heutzutage ist das aber keine Seltenheit mehr, da immer mehr Unternehmen sehr unvorhersehbare Nachfragedynamiken haben. Mit DDMRP soll es in diesem Beitrag um eine Art der Materialbedarfsplanung gehen, die genau in solchen Szenarien ideal ist.

Was ist DDMRP?

Demand-Driven Material Requirements Planning (DDMRP), zu Deutsch nachfragegesteuerte Materialbedarfsplanung, ist eine moderne Methode für das Materialbedarfsmanagement in der Supply Chain Ihres Unternehmens und eine Neuerung unter S/4HANA in der Produktion.

DDMRP ist besonders nützlich in Branchen mit unvorhersehbarer Nachfrage oder komplexen Lieferketten, da es eine agilere und reaktionsfähigere Herangehensweise an das Materialbedarfsmanagement ermöglicht. Es hilft Unternehmen dabei, Verschwendung zu reduzieren, den Servicegrad zu verbessern und insgesamt effizienter zu werden.

Schlüsselmerkmale von DDMRP

  • Nachfragegesteuert: DDMRP reagiert auf aktuelle Nachfrage und passt Materialbestände und Produktion entsprechend an. Es basiert nicht auf statischen Prognosen, die oft ungenau sein können.
  • Pufferverwaltung: DDMRP verwendet sogenannte “Puffer” für Materialbestände an strategischen Punkten in der Lieferkette. Diese Puffer sollen Schwankungen in der Nachfrage und der Lieferzeit abfedern.
  • Flussorientiert: Die Methode betont den kontinuierlichen Materialfluss und die Flexibilität, um auf Änderungen in der Nachfrage schnell reagieren zu können.
  • Sichtbarkeit und Steuerung: DDMRP bietet eine bessere Sichtbarkeit in Echtzeit über Materialbestände und -bedarf, wodurch die Steuerung der Materialströme optimiert wird.
  • Reduzierung von Engpässen: DDMRP zielt darauf ab, Engpässe und Überbestände zu minimieren, was zu einer effizienteren Produktion und niedrigeren Lagerkosten führt.
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Theoretischer Ablauf des DDMRP

In der Praxis kann der wirkliche Ablauf immer angepasst an das Geschehen variieren, wie Demand-Driven Material Requirements Planning (DDMRP) aber in einem typischen Szenario genutzt werden könnte, erklären wir Ihnen hier:

Schritt 1: Bestandsanalyse und Pufferdefinition

Das Unternehmen startet mit einer detaillierten Analyse seiner vorhandenen Lagerbestände und Lieferkettenprozesse. Auf Grundlage dieser Analyse werden Pufferzonen oder -bestände an strategischen Punkten in der Lieferkette festgelegt, um Nachfrageschwankungen und Unsicherheiten abzufedern.

Schritt 2: Überwachung der Nachfrage in Echtzeit

Die Plattform überwacht die Nachfrage in Echtzeit. Das kann mithilfe von Daten aus Verkaufsaufträgen, Kundenbestellungen und Point-of-Sale-Informationen erfolgen.

Schritt 3: Anpassung der Puffer

Basierend auf den aktuellen Nachfragetrends und -mustern werden die Puffer in der Lieferkette dynamisch angepasst. Das bedeutet, dass sie vergrößert werden, wenn die Nachfrage steigt, und reduziert werden, wenn die Nachfrage sinkt.

Schritt 4: Kommunikation in der Lieferkette

DDMRP stärkt die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette. Hersteller, Lieferanten und Händler teilen Informationen über die Puffer und den aktuellen Bedarf, um Engpässe zu vermeiden.

Schritt 5: Materialbestellungen und Produktion

Basierend auf den Pufferzonen und der aktuellen Nachfrage werden Materialbestellungen ausgelöst und Produktionsaufträge generiert. Das geschieht in Echtzeit als Reaktion auf die aktuellen Anforderungen.

Schritt 6: Fortlaufende Überwachung und Anpassung

Der Prozess wird kontinuierlich überwacht und die Puffer werden laufend angepasst, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Bedarf optimal decken.

DDMRP vs MRP

Demand-Driven Material Requirements Planning hebt sich in vielerlei Hinsicht vom traditionellen Material Requirements Planning (MRP) ab. Während MRP auf Prognosen basiert und Materialbedarf anhand dieser Vorhersagen plant, setzt DDMRP auf eine nachfrageorientierte, dynamische Herangehensweise.

Anstelle starrer Planungen und festgelegter Produktionsmengen verwendet die nachfragegesteuerte Materialbedarfsplanung Puffer und reagiert in Echtzeit auf aktuelle Nachfrage und Änderungen in der Lieferkette. Das führt zu einer effizienteren Ressourcennutzung, reduziert Engpässe und senkt Überbestände, während Unternehmen, die MRP nutzen, oft mit Unsicherheiten und ungenauen Prognosen kämpfen.

DDMRP ermöglicht es Ihrem Unternehmen, agiler auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren und gleichzeitig die Gesamteffizienz in der Materialbedarfsplanung zu steigern.

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Kritik an DDMRP

Obwohl Demand-Driven Material Requirements Planning eine fortschrittliche Methode für das Materialbedarfsmanagement ist, gibt es auch einige Kritikpunkte und Herausforderungen, die Sie immer Hinterkopf behalten sollten:

  • Komplexität der Implementierung: Die Einführung von DDMRP kann komplex sein, insbesondere in Unternehmen mit bestehenden, etablierten MRP-Systemen. Es erfordert eine sorgfältige Planung und Schulung der Mitarbeiter
  • Kostenaufwand: Die Umstellung auf nachfragegesteuerte Materialbedarfsplanung kann kostspielig sein, da sie möglicherweise eine Aktualisierung oder Umstellung der IT-Infrastruktur und Schulungen der Mitarbeiter erfordert
  • Abhängigkeit von Datenqualität: DDMRP ist auf genaue und aktuelle Daten angewiesen, um effektiv zu funktionieren. Unzureichende Datenqualität kann die Wirksamkeit der Methode beeinträchtigen
  • Geringere Vorratsauslastung: Da DDMRP auf Puffern basiert und diese zu groß eingestellt werden können, kann dies zu höheren Lagerbeständen führen, was wiederum zu höheren Lagerkosten führt
  • Komplexität der Pufferverwaltung: Die richtige Dimensionierung und Verwaltung der Puffer erfordert sorgfältige Planung und kann in komplexen Lieferketten eine Herausforderung darstellen
  • Kultureller Wandel: Die Einführung von DDMRP erfordert oft einen kulturellen Wandel in Unternehmen, da es eine Abkehr von traditionellen Planungsansätzen erfordert

Es ist wichtig zu beachten, dass die Kritik an dieser Art von Materialbedarfsplanung je nach Unternehmenskontext variieren kann. Einige Organisationen finden, dass DDMRP ihre Bedürfnisse optimal erfüllt, während andere die genannten Herausforderungen und Kostenaspekte als problematisch empfinden. Sollten Sie also darüber nachdenken DDMRP einzuführen, ist zuvor eine gründliche Evaluierung und anschließende Anpassung an die spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens erforderlich.

Fazit

Die Methodik des Demand-Driven Material Requirements Planning (DDMRP) zeigt uns die Zukunft des Materialbedarfsmanagements in dynamischen Märkten. DDMRP bietet Agilität, Effizienz und verbesserte Lieferkettenkollaboration, die in einer nachfrageorientierten Welt unerlässlich sind. Unternehmen, die bereits DDMRP nutzen, sind gut positioniert, um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig ihre Effizienz zu steigern.

Wenn Ihr Unternehmen DDMRP implementiert, ist es nicht mehr auf statische Prognosen des herkömmlichen MRP angewiesen, sondern kann stattdessen dynamisch auf aktuelle Nachfrage und Änderungen in der Lieferkette reagieren.

FAQ

Was ist DDMRP?

DDMRP steht für Demand-Driven Material Requirements Planning, eine Methode für das Materialbedarfsmanagement, die auf der dynamischen Anpassung an aktuelle Nachfrage statt auf starren Prognosen basiert. Sie optimiert die Materialflüsse und reduziert Engpässe.

Welche Vorteile hat DDMRP?

DDMRP bietet eine agilere Materialbedarfsplanung, optimierte Lagerbestände, verhindert Engpässe und minimiert Verschwendung. Es ermöglicht eine flexiblere Anpassung an Nachfrageänderungen und eine bessere Zusammenarbeit in der Lieferkette.

Welcher Unterschied besteht zwischen DDMRP und MRP?

Der Hauptunterschied besteht darin, dass MRP (Material Requirements Planning) auf Prognosen basiert und auf Vorhersagen beruht, während DDMRP nachfragegesteuert ist und in Echtzeit auf aktuelle Nachfrage reagiert.

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