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Amazon Web Services (AWS)

Amazon Web Services (kurz AWS) ist ein auf Cloud-Dienstleistungen spezialisiertes Tochterunternehmen des amerikanischen Online-Versandhändlers Amazon. Heute gilt AWS als führender Anbieter im Bereich des Cloud-Computings mit zahlreichen Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. 

AWS beansprucht etwa 34 % des gesamten Cloud-Marktes für sich, während die drei größten Konkurrenten zusammen bei circa 25 % liegen. Zu den angebotenen Dienstleistungen von AWS gehört die Bereitstellung virtueller Rechenkapazität und Software as a Service (SaaS) für Entwickler.

Das Konzept hinter AWS

Amazon erkannte bereits im Jahr 2002 den Bedarf an abrufbaren IT-Dienstleistungen über das Internet und gründete 4 Jahre später darauf sein Tochterunternehmen Amazon Web Services.

Der Dienst startete offiziell am 14. März 2006 als großes Relaunch-Projekt. Zu diesem Zeitpunkt war Amazon bereits ein global tätiges Handelsunternehmen, welches seinen Kunden dank der weltweit verteilten Rechenzentren Zugang zu Web Services, Schnittstellen und Rechenkapazitäten ermöglichen wollte.

Zu den buchbaren Dienstleistungen gehören virtuelle Server, Speicherplatzlösungen, Netzwerke, Datenbanken und ganze Entwicklungsoberflächen. Einige dieser Angebote stehen interessierten Kunden sogar kostenlos zur Verfügung. Seit 2013 operiert AWS auch in Deutschland. Amazon hat zu diesem Zweck mehrere Rechenzentren in Berlin, Dresden und Frankfurt errichtet. Am letztgenannten Standort betreibt der Konzern sogar gleich drei Rechenzentren.

Neben eigenen Diensten gewährt AWS seinen Kunden, ihre eigenen Produkte über die Plattform auf speziellen Marktplätzen anzubieten. Zu den bekanntesten Kunden, die auf Basis der Amazon-Server ihre Dienste anbieten, gehören der Cloud-Dienst Dropbox, die NASA und Netflix. Berichten zur Folge nutzen über 80 % der im DAX gelisteten Unternehmen Amazons Cloud-Computing-Dienst.

AWS garantiert eine vergleichsweise hohe Verfügbarkeit und überzeugt somit nicht nur große Konzerne, sondern auch etliche staatliche Einrichtungen und Privatpersonen von seinem Dienst. Insbesondere die hohe Skalierbarkeit in Kombination mit der durch redundante Systeme gebotenen Hochverfügbarkeit macht den Dienst so interessant für Kunden aller Art. Heute nutzen monatlich über eine Million aktive Nutzer die rund 90 angebotenen Services von AWS.

Was ist Cloud-Computing?

AWS ist heute der weltweit größte Anbieter für Cloud-Dienstleistungen. Das Cloud-Computing beschreibt im Wesentlichen den Zugriff auf virtuelle Rechenkapazität oder den Zugang zu Plattformen über das Internet. Dabei unterscheidet man zwischen den drei Varianten

  • Infrastructure as a Service (IaaS),
  • Platform as a Service (PaaS) und
  • Software as a Service (SaaS).

Für Nutzer ergeben sich bei der Wahl des Cloud-Computings gleich mehrere Vorteile:

Neben erheblichen Kosteneinsparungen aufgrund nicht benötigter Hardware sind auch die hohe Skalierbarkeit und die garantierte Datensicherheit wichtige Pluspunkte für Unternehmen und Privatpersonen, die die Cloud-Dienste nutzen wollen. Alles unterliegt jedoch der Bedingung, dass die Daten auf den Servern eines anderen Unternehmens gespeichert sind, welches in der Vergangenheit häufiger die Grenzen des Datenschutzes ausgereizt oder teilweise überschritten hat.

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Übersicht der angebotenen Dienstleistungen

Zu den bekanntesten Leistungen gehören die EC2 und S3 getauften Dienste zur Inanspruchnahme eines virtuellen Servers, beziehungsweise einer virtuellen Speicherverwaltung.

EC2 Elastic Compute Cloud

Im Falle des Dienstes EC2 (Elastic Compute Cloud) handelt es sich um einen virtuellen Server, der vollständig skalierbar und somit auf Kundenwünsche anpassbar ist. In der Regel sind die Server nicht an eine feste Vertragslaufzeit gebunden, sondern werden stunden-, minuten- oder sogar sekundenweise abgerechnet. Dadurch können potentielle Kunden bei Engpässen ohne Verzögerung Rechenkapazitäten nutzen, ohne sich über längere Zeit an ein Angebot zu binden.

Neben der benötigten Leistung, welche in mehreren Tarifen gestaffelt ist, können Kunden zwischen Linux- und Windows-Systemen als Server-Betriebssystem frei wählen.

S3 Simple Storage Service

Ein weiteres bekanntes Produkt der Cloud-Services von Amazon ist der Filehosting-Dienst S3 (Simple Storage Service). Dieser Dienst stellt ein System zur Speicherverwaltung dar, welches theoretisch keine Begrenzung der zugänglichen Speicherkapazität bietet. Der verwendete Speicher wird dem Kunden nach Verbrauch in Rechnung gestellt – der Zugriff erfolgt dabei ganz einfach über HTTP/HTTPS in einer Weboberfläche.

Neben dem klassischen Online-Speicher bietet AWS auch virtuelle Netzlaufwerke und Archivierungssysteme an. Die Verfügbarkeit der Daten wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,999999999 % garantiert.

Virtuelle Datenbanken aus der Cloud

Ebenfalls zum Angebot gehören virtuelle Datenbanken aus der Cloud. AWS unterscheidet dabei zwischen den beiden Produkten SimpleDB und Relational Database Service (RDS).

SimpleDB

SimpleDB stellt eine einfache Lösung zur benutzerfreundlichen Verwaltung von Datenmengen dar. Nutzer erhalten die Möglichkeit, kleinere und mittlere Datenmengen in einer performanten Umgebung zu lagern und bezahlen lediglich den verbrauchten Speicherplatz.

Relational Database Service (RDS)

RDS basiert auf MySQL, Microsoft SQL Server oder Oracle und wird nach verbrauchtem Speicher und gebuchter Rechenleistung abgerechnet.

Elastic Beanstalk

Neben virtueller Rechenkapazität bietet Amazon auch den Zugriff auf Entwicklungsumgebungen und Verzeichnisdiensten. Die Elastic Beanstalk getaufte Plattform ist eine Platform as a Service für Entwicklungen in den Sprachen Java, Python sowie zur Containerverwaltung Docker.

Darüber hinaus bietet AWS weitere Dienste, wie Workflow- oder Benachrichtigungs-Management, für Entwickler an. Dadurch soll ein Ort geschaffen werden, an dem sämtliche Aufgaben zentral gesteuert und bearbeitet werden können. Der große Vorteil für Entwickler liegt in der Möglichkeit, ihre Arbeit über den prominenten AWS Marketplace an Dritte anzubieten.

Identity and Access Management (IAM)

Als Verzeichnisdienst setzt Amazon auf das Identity and Access Management (IAM). Mithilfe des Dienstes können Benutzer und Rollen einer Organisation verwaltet und gemanaged werden. Zusätzlich ermöglicht IAM die Benutzerverwaltung der Dienste S3 oder EC2.

Amazon CloudWatch

Für administrative Vorgänge, wie dem Monitoring der gebuchten Dienstleistungen, bietet Amazon ebenfalls einige maßgeschneiderte Lösungen an. So können gebuchte Server und Speicherlösungen per Amazon CloudWatch überwacht und verwaltet werden. Auch Skalierungspläne, die zu Stoßzeiten einen unkomplizierten Wechsel in Tarife mit leistungsstärkeren Diensten ermöglichen, können hier problemlos angelegt werden.

Zu den acht meist genutzten Diensten gehören:

  • Amazon Simple Storage Service (S3)
  •  Amazon Elastic Compute Cloud 2 (EC2)
  • Amazon CloudDrive (Klassischer Cloud-Speicher)
  • Amazon CloudSearch (Leistungsstarker Suchdienst)
  • Amazon Dynamo Database (NoSQL-Datenbank)
  • Amazon ElastiCache (Caching-Service)
  • Amazon Mechanical Turk (Netzwerk für „menschliche Intelligenz“)
  • Amazon Redshift (Data Warehouse-Service)

Die Technologie hinter den Diensten

Sämtliche Dienste der Amazon Web Services (AWS) sind per HTTP/HTTPS mittels REST-Architektur und SOAP-Protokoll angebunden. Die REST-Architektur ist eine Technologie zur Realisierung und Anbindung von Webservices. REST vereinfacht die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und verwendet bereits vorhandene Infrastrukturen des World Wide Webs. Dazu gehören beispielsweise Web-Server, HTTP-fähige Clients und moderne Browser.

Für den eigentlichen Datenaustausch verwenden die AWS Dienste das SOAP-Protokoll. Das Protokoll verwendet, ähnlich wie die REST-Architektur, vorhandene Ressourcen und Strukturen des World Wide Webs, wie TCP/IP, SMTP oder JMS.

Amazon hat bei der Konzeption seiner Produkte auf benutzerfreundliche und übersichtliche Webanwendungen gesetzt, die auch nicht technikaffinen Nutzern einen schnellen Einstieg gewähren.

AWS: Datenschutz und Datensicherheit

Aufgrund der im Vergleich mit deutschen und europäischen Recht milden Datenschutzregelung in den Vereinigten Staaten, steht der Cloud-Dienst von Amazon häufig in der Kritik. Dieses Problem hat Amazon erkannt und mit den sogenannten Availability Zones eine entsprechende Lösung präsentiert.

Diese Zonen teilen die Rechenzentren und dessen Kunden in Regionen ein, um die jeweiligen Datenschutzbestimmungen zu erfüllen. Dadurch soll gleichzeitig auch die Anbindung der regional ansässigen Kunden gesichert werden, um die Stabilität aufrecht und Ladezeiten kurzzuhalten. Zusätzlich hat Amazon mehrere Möglichkeiten geschaffen, um online gespeicherte Daten zusätzlich mit kundeneigenen Mitteln zu verschlüsseln, auf die Amazon ausdrücklich hinweist.

Die Datensicherheit gewährt AWS durch redundante Systeme und Notstromversorgungen. Dabei orientiert sich der Dienst an branchenüblichen Verfahren und gängigen Standards. Dennoch geriet der Dienst in der Vergangenheit häufiger in die Kritik, da Blitzeinschläge im Jahr 2011 und 2012 breite Teile der Dienste außer Gefecht setzten. Im August 2012 waren populäre Online-Dienste wie Vine oder Instagram zeitweise nach einem technischen Problem nicht erreichbar. Amazon gelobte daraufhin Besserung. Seitdem sind Fälle dieser Art und in dieser Größenordnung nicht weiter bekannt.

Gemeinnütziges, soziales und ökonomisches Engagement

Amazon ist sich seiner Rolle als führendes Cloud-Unternehmen bewusst und nutzt seine Plattform auch zur Ausbildung von Menschen in Entwicklungsländern und zur Umschulung von ehemaligen Soldaten und Veteranen. Letztgenannte können mithilfe des Cloud-Computings nach ihrer Militärzeit auch in einen technischen Beruf umschulen. Zu diesem Zweck hat Amazon mit dem Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreichs ein entsprechendes Projekt ins Leben gerufen.

Darüber hinaus bietet AWS auf der ganzen Welt auch spezielle „Pop-up-Lofts“ an, die sich an Unternehmer und Startups richten. Diese Lofts sind modern ausgestattete Büros, die den Interessenten direkten Zugriff auf alle AWS Dienste bieten. Gleichzeitig können sich Nutzer vor Ort fortbilden und zertifizieren lassen. Die „Pop-up-Lofts“ sind in der Regel temporär für wenige Wochen in verschiedenen Metropolen geöffnet.

Amazon will die gesamte Infrastruktur von AWS vollständig durch erneuerbare Energien betreiben. Mit Blick auf die benötigten Energiebedarfe ein verhältnismäßig ambitioniertes Vorhaben, welches stetig vorangetrieben wird und ein eher langfristiges Ziel ist. Das amerikanische Unternehmen nutzt dafür seine Kompetenzen aus anderen Bereichen und setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Anbietern von erneuerbaren Energien.

In Kooperation mit regionalen Anbietern entstand bereits im Jahr 2015 ein großer Windpark, der die Rechenzentren und Standorte von Amazon im Osten der Vereinigten Staaten mit erneuerbarer Energie versorgen soll. Auch eine Zusammenarbeit mit Tesla zur gemeinsamen Nutzung der Batteriespeichertechnologien ist für die Zukunft geplant.

Zusammenfassung und Fazit

Mit Amazon Web Services richtet sich Amazon sowohl an Unternehmen jeder Größenordnung, als auch an Freelancer, Entwickler und Privatpersonen. AWS ist ein Cloud-Computing-Dienst, der seinen Kunden die komplette Palette an virtuellen Produkten anbietet und durch kundenfreundliche Abrechnungsmodelle punktet. In der Regel zahlen Nutzer nur für die tatsächliche Dauer der Nutzung oder für die verbrauchten Ressourcen.

Amazon verzichtet auch auf lange Vertragsbindungen und komplizierte Bindungsmodelle. Durch einfache Wechselmöglichkeiten können Firmen im Falle eines Engpasses in wenigen Schritten weitere Rechenkapazitäten in Form eines virtuellen Servers oder erweiterten Speicherplatzes hinzu buchen.

Trotz des intensiven Drucks im umkämpften Markt des Cloud-Computings hat es Amazon geschafft sich deutlich von der Konkurrenz abzusetzen. Amazon hat bereits früh erkannt, dass sich ein Markt für Cloud-Dienste eröffnet und dementsprechend Zeit und Kapital in AWS investiert.

Für Unternehmen ist AWS eine optimale Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur. Die einfache und unkomplizierte Möglichkeit zur Auslagerung größerer Datenmengen oder umfangreicher Software-Anwendungen in die Cloud entlastet die eigene Hardware sowie die eigenen Administratoren.

Sollte es Amazon auch in Zukunft weiterhin gelingen, sich an bestehende Datenschutzbestimmungen zu halten und tiefgehende Systemausfälle zu vermeiden, sollte AWS auch auf lange Sicht der größte Player im Bereich des Cloud-Computings bleiben.

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