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Agent2Agent

Philipp Schurr
2. Februar 2026

Agent2Agent (A2A) beschreibt eine Architektur und ein Protokoll, mit dem autonome KI‑Agenten direkt miteinander kommunizieren und Aufgaben koordinieren können – herstellerübergreifend und über unterschiedliche Infrastrukturen hinweg. Diese Multi-Agenten-Systeme bieten im Vergleich zu einzelnen „Super-Agenten“ klare Vorteile für Unternehmen, die komplexe KI-Automatisierungen realisieren möchten.

Vom Einzelagenten zum Agenten-Netzwerk

Frühe agentische KI‑Systeme setzten meist auf einen einzelnen Agenten, der Planung, Kontextverstehen und Ausführung in sich vereinte. Für einfache Anwendungsfälle sind diese Agenten immer noch gut geeignet, aber mit zunehmender Komplexität von Geschäftsprozessen und IT‑Landschaften bietet sich die Kombination mehrerer Agenten an.

Durch ihre jeweilige Spezialisierung – beispielsweise auf Recherche, Planung, Ausführung oder Überwachung – lassen sich Systeme flexibler, wartbarer und robuster gestalten. Multi-Agenten-Systeme sind vor allem dann überlegen, wenn Prozesse dynamisch auf Last, Kontext oder neue Anforderungen reagieren sollen.

Sie möchten die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz nutzen, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Wir begleiten Sie Schritt für Schritt – von der ersten Analyse über die Entwicklung bis hin zur erfolgreichen Integration eines maßgeschneiderten AI-Agenten in Ihre Unternehmensprozesse.

Was ist das Agent2Agent-Protokoll konkret?

Das Agent2Agent-Protokoll ist ein offener Standard, der ursprünglich von Google und verschiedenen Industriepartnern 2025 eingeführt wurde und eine sichere, bidirektionale Kommunikation zwischen KI‑Agenten definiert.

Das Protokoll ermöglicht es, dass Agenten verschiedener Anbieter, Frameworks und Cloud‑Umgebungen einander verstehen, ohne dass jeweils proprietäre Integrationen gebaut werden müssen.

Zu den Kernfunktionen von A2A zählen unter anderem Agent‑Discovery, also das Auffinden und Registrieren von Agenten, ein strukturierter Nachrichtenaustausch mit Kontext und Metadaten sowie Task Management für geteilte oder delegierte Aufgaben. Ergänzt werden die Funktionen um Mechanismen für Status‑Updates, Event‑Streaming und Sicherheitsrichtlinien, sodass auch lange Workflows und sensible Unternehmensszenarien abgedeckt werden.

Architektur: Wie Agent2Agent-Systeme aufgebaut sind

Ein A2A‑System besteht typischerweise aus drei zentralen Elementen: mehreren autonomen Agenten, einem oder mehreren Orchestratoren sowie einem Kommunikationslayer, der das A2A‑Protokoll implementiert.

Orchestratoren

Orchestratoren übernehmen die übergeordnete Steuerung: Sie definieren Ziele, brechen diese in Teilaufgaben herunter und entscheiden, welche Agenten beteiligt werden, während ausführende Agenten auf Tools, APIs und Datenquellen zugreifen. Je nach Architektur können Orchestratoren zentral oder dezentral implementiert sein – teilweise übernehmen auch Agenten selbst temporäre Orchestrierungsrollen, wenn keine zentrale Instanz vorhanden ist.

Agenten

Agenten sind autonome Einheiten, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Sie verfügen über eigene Fähigkeiten, greifen auf APIs, Tools und Datenquellen zu und agieren im Rahmen klar definierter Zuständigkeiten.

Kommunikationslayer

Der Kommunikationslayer sorgt dafür, dass Agenten sicher miteinander kommunizieren können. Hierfür implementiert er das A2A‑Protokoll, das regelt, wie Nachrichten und Metadaten aufgebaut sein müssen, damit alle beteiligten Agenten sie korrekt interpretieren. Für den Nachrichtenaustausch kommen verschiedene Transportmechanismen zum Einsatz, wie Messaging‑Infrastrukturen, Event-Broker oder API-Gateways.

A2A vs. MCP: Rollen im Agenten-Ökosystem

Das Agent2Agent-Protokoll und das Model Context Protocol (MCP) sind keine konkurrierenden Standards. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben im Ökosystem agentischer KI.

MCP definiert, wie Agenten auf externe Systeme, Datenquellen und Tools wie ERP- oder CRM-Systeme zugreifen. A2A legt dagegen fest, wie Agenten untereinander kommunizieren und sich koordinieren. Dies kann auch innerhalb einer Plattform geschehen.

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Sicherheits- und Governance-Aspekte

Da Agenten über A2A nicht nur Informationen austauschen, sondern auch Aktionen in externen Systemen auslösen können, spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Das Protokoll sieht daher Authentifizierung, Autorisierung und Richtlinien vor, die sicherstellen, dass nur berechtigte Agenten an bestimmten Konversationen oder Aufgaben teilnehmen.

Zusätzlich unterstützen A2A‑Implementierungen Audit‑Trails, Monitoring und Policy‑Enforcement, sodass Unternehmen nachvollziehen können, welche Agenten wann welche Entscheidungen getroffen oder Aktionen ausgelöst haben. Gerade in regulierten Branchen wie Finanzwesen oder Gesundheitswesen ist diese Transparenz ein entscheidender Faktor für die rechtssichere Einführung von Agentic AI.

Typische Use Cases für Agent2Agent-Protokolle

In der Praxis kommen A2A‑Architekturen in Unternehmen überall dort zum Einsatz, wo komplexe Prozesse automatisiert werden sollen, deren erfolgreicher Abschluss viele Teilschritte umfasst, die unterschiedliche Kompetenzen erfordern.

Im Kundenservice können Multi-Agenten-Systeme die Beantwortung von Kundenanfragen deutlich beschleunigen: Ein Wissensagent übernimmt dann die Analyse von Anfragen, ein Planungsagent schlägt die nächsten Handlungsschritte vor und ein Ausführungsagent generiert die passende Antwort oder initiiert eine Aktion im CRM-System.

In der Supply Chain koordinieren Multi‑Agenten‑Assistenten die Materialflüsse: Ein Beschaffungsagent prüft Lagerstände, ein Logistikagent verhandelt Liefertermine mit externen Partnern, während ein Risikoagent Störungen wie Streiks oder Engpässe bewertet. Über das A2A-Protokoll tauschen diese Agenten kontinuierlich Statusdaten und Entscheidungen aus und ermöglichen so eine resiliente und automatisierte Prozesssteuerung.

Auch im IT‑Betrieb entstehen A2A‑Szenarien, etwa wenn ein Monitoring‑Agent einen Incident erkennt, er einen Remediation‑Agenten beauftragt und ein Kommunikations‑Agent Stakeholder informiert.

Vorteile einer Agent2Agent-Architektur

Der wichtigste Vorteil von A2A‑Architekturen liegt in der Modularität: Spezialisierte Agenten können unabhängig voneinander entwickelt, optimiert und skaliert werden. Änderungen an einem Ausführungsagenten, etwa für ein bestimmtes Backend‑System, müssen nicht den gesamten Agenten‑Stack betreffen, solange das A2A‑Interface stabil bleibt.

Zudem lässt sich die Robustheit von KI-Automatisierungen mithilfe von Multi-Agenten-Systemen  steigern, weil bei Ausfällen andere Instanzen übernehmen können.

Und nicht zuletzt ermöglicht die Standardisierung durch das A2A‑Protokoll einen „Best‑of‑Breed“‑Ansatz: Unternehmen können Agenten verschiedener Anbieter kombinieren, ohne sich auf ein proprietäres Ökosystem festlegen zu müssen.

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Fazit

Das A2A-Protokoll ist ein Meilenstein in der KI-Automatisierung. Denn es ermöglicht Unternehmen, KI-Agenten verschiedener Hersteller zu kooperativen Multi‑Agenten‑Systemen zu vernetzen, die auch komplexe Aufgaben weitgehend autonom bearbeiten können – selbst, wenn diese den Einsatz unterschiedlicher Tools und Technologien erfordern.

In Kombination mit Protokollen wie MCP und modernen Orchestrierungspatterns eröffnet Agent2Agent Unternehmen neue Möglichkeiten für effiziente, flexible und zukunftsfähige KI-Lösungen. Wer jetzt eine saubere A2A‑Architektur aufbaut, sichert sich Wettbewerbsvorteile für die nächste Phase intelligenter Prozessautomatisierung.

FAQ

Was ist Agent2Agent in einem Satz?

Agent2Agent bezeichnet ein Protokoll und Architekturprinzip, das es autonomen KI‑Agenten erlaubt, sich gegenseitig zu finden, zu verstehen und koordiniert zusammenzuarbeiten – auch über System‑ und Anbietergrenzen hinweg.

Wie unterscheidet sich A2A von MCP?

A2A konzentriert sich auf die Kommunikation und Koordination zwischen Agenten, während MCP den standardisierten Zugriff von Agenten auf Tools, Datenquellen und Unternehmenssysteme regelt. Beide Protokolle ergänzen sich: MCP verbindet Agenten mit Systemen, A2A verbindet Agenten miteinander.

Welche technischen Anforderungen stellt A2A an technische Umgebungen?

Für A2A benötigen Unternehmen eine Messaging‑ oder API‑Infrastruktur, sichere Authentifizierungs‑ und Autorisierungsmechanismen sowie eine Laufzeitumgebung, in der Agenten registriert, entdeckt und verwaltet werden können. Viele aktuelle Agenten‑Frameworks und Orchestrierungsplattformen entwickeln bereits native Unterstützung für A2A‑ähnliche Muster oder das konkrete Protokoll.

Wann lohnt sich der Einsatz von A2A?

A2A-Protokolle lohnen sich vor allem, wenn komplexe End‑to‑End‑Prozesse automatisiert werden sollen und dabei hohe Compliance‑Anforderungen bestehen. Wenn sich mehrere Agenten, Anbieter oder Domänen in einem System wiederfinden, reduziert eine A2A‑Architektur den Integrationsaufwand und erhöht die Zukunftssicherheit.

Wer kann mir beim Thema Agent2Agent helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema Agent2Agent benötigen, stehen Ihnen die Experten der mindsquare AG zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.

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