Named Entity Recognition (NER) ist eine Technologie der Sprachverarbeitung zur automatisierten Erkennung und Klassifizierung von Informationen wie Namen, Orten oder Daten in Texten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie NER funktioniert, welche Methoden dahinterstecken und warum die Fähigkeit, große Datenmengen effizient zu analysieren und zu ordnen, für Unternehmen eine wichtige Rolle spielt.
Named Entity Recognition (NER) oder auch Eigennamenerkennung, ist eine Schlüsseltechnologie im Bereich der Computerlinguistik (CL) beziehungsweise des Natural Language Processing (NLP). Ziel von NER ist es, bestimmte Informationen in Form von sogenannten Entitäten, also Eigennamen wie Namen von Personen, Organisationen, Orte, Datumsangaben oder Ereignisse, automatisch in Fließtexten zu erkennen und vordefinierten Kategorien zuzuordnen. Diese Kategorien beschreiben die Art der erkannten Entität, z. B. „Ort“ oder „Person“.
NER ermöglicht es, große Mengen unstrukturierter Texte effizient zu analysieren und gezielt nach entscheidenden Informationen zu durchsuchen, beispielsweise in E-Mails, Artikeln oder Social-Media-Beiträgen. Die zugrunde liegenden Verfahren basieren zunehmend auf Machine Learning und Deep Learning, wodurch sich die Qualität und Genauigkeit der Erkennung in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. In einigen Sprachen – beispielsweise im Englischen – funktioniert NER bereits auf menschlichem Niveau. In anderen Sprachen fehlt es noch an ausreichend Trainingsdaten, was sprachübergreifende Ansätze immer wichtiger macht.
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Damit NER erfolgreich und zuverlässig Informationen aus Texten extrahieren kann, gibt es strukturierte Lernprozesse und Verfahren.
Grundsätzlich arbeitet NER in zwei fundamentalen Schritten:
Dabei ist es wichtig, dass das System auch Varianten einer Entität (z. B. „BMW“ vs. „Bayerische Motoren Werke“) erkennt und richtig zuordnet.
Damit ein NER-Modell benannte Entitäten zuverlässig erkennen kann, muss es zuvor anhand geeigneter Daten trainiert werden. Besonders bei Machine-Learning-Ansätzen folgt dieser Lernprozess einem klar strukturierten Ablauf, der aus mehreren aufeinander aufbauenden Schritten besteht:
Zur Umsetzung von NER, also dem Erkennen und Kategorisieren von Entitäten, kommen dann verschiedene technische Verfahren zum Einsatz:
Moderne Machine-Learning-Verfahren wie BERT ermöglichen es, Texte kontextbasiert zu analysieren. Das heißt: Die Bedeutung eines Wortes wird nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Satz betrachtet. Dadurch lassen sich Entitäten wie Namen, Orte oder Organisationen besonders zuverlässig identifizieren – selbst bei mehrdeutigen Formulierungen.
Hierbei handelt es sich um eine Kombination regelbasierter und Machine-Learning-basierter Ansätze, um Präzision und Flexibilität zu vereinen. Dies findet häufig in spezialisierten Fachbereichen ihren Einsatz.
Mit dieser Kombination aus durchdachter Architektur, datenbasiertem Training und fortschrittlichen Modellierungsverfahren ist NER heute ein leistungsstarkes Werkzeug für die Analyse natürlicher Sprache – und zwar auch in komplexen Fachtexten und im Umgang mit großen Datenmengen.
Named Entity Recognition wird in verschiedensten Bereichen eingesetzt, um ungeordnete Textdaten zu strukturieren und zu verwandeln. Die folgenden Anwendungsfelder zeigen typische Einsatzmöglichkeiten:
Named Entity Recognition ist mehr als ein technisches Detail im Natural Language Processing. Es ist ein strategisches Werkzeug zur automatisierten Verarbeitung großer Textmengen. Für Unternehmen bringt der Einsatz von NER gleich mehrere praktische Vorteile mit sich. Gleichzeitig gilt es jedoch auch spezifische Herausforderungen zu beachten.
Während klassische, überwachte Lernverfahren weiterhin bewährt sind, eröffnen sich mit zukunftsgerichteten Blick spannende neue Richtungen zur Weiterentwicklung der NER-Technologie.
Unüberwachtes, FewShot und ZeroShot Learning
Unüberwachtes Lernen (unsupervised learning) ist vielversprechend, da es keine annotierten Daten benötigt und somit Herausforderungen in puncto Datenverfügbarkeit löst. Außerdem ermöglichen FewShot und ZeroShot Learning dem Modell mit nur wenigen Beispielen oder gar ohne Training neue Entitätstypen zu erkennen.
Multimodale NER
Statt nur Text zu analysieren, kombinieren multimodale Ansätze Bild, Audio und Schrift, um Entitäten kontextreicher und präziser zu erkennen. Dies findet Anwendung bei Social-Media-Beiträgen mit Bildunterschriften oder Video-Content. Aktuelle Modelle erreichen nachweislich eine höhere Genauigkeit durch die Fusion unterschiedlicher Modalitäten.
Integration mit anderen NLP-Aufgaben
Zukünftige Systeme kombinieren NER mit Entity Linking, Coreference Resolution oder Relation Extraction, um Entitäten nicht nur zu erkennen, sondern auch in größere Wissenskontexte einzubetten.
Named Entity Recognition (NER) ist längst kein reines Forschungsthema mehr, sondern ein hochrelevantes Werkzeug für Unternehmen, die ihre textbasierten Daten effizienter nutzen möchten. Ob in der Kundenkommunikation, im Marketing, bei der Informationsgewinnung oder in der Prozessautomatisierung – NER ermöglicht es, aus unstrukturierten Texten konkret strukturierte Erkenntnisse zu gewinnen.
Dank moderner Machine-Learning-Modelle und intelligenter Verfahren kann NER heute in Echtzeit Marken, Personen, Orte oder Produkte erkennen und damit die Grundlage für bessere Entscheidungen, personalisierte Kommunikation und datengetriebene Strategien schaffen.
Ein Blick in die Zukunft zeigt: Mit dem Einsatz von Few-Shot-Learning, multimodalen Systemen und hybriden NLP-Ansätzen wird NER noch vielseitiger, adaptiver und zugänglicher – auch in komplexen und datenarmen Szenarien. Unternehmen, die frühzeitig NER einsetzen, sichern sich nicht nur Effizienzvorteile, sondern auch Wettbewerbsvorsprung.
Named Entity Recognition – kurz NER – ist ein Verfahren aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI), das automatisch bestimmte Informationseinheiten (sogenannte Named Entities) in unstrukturierten Texten erkennt und klassifiziert, etwa Personennamen, Organisationen, Orte, Datumsangaben, Währungen oder Produktnamen.
Standardmäßig werden häufig folgende Entitäten unterschieden:
Custom-Modelle können auch für bestimmte Branchen spezifische Entitäten erkennen, z. B. Artikelnummern, Projektnamen oder interne Prozesskürzel.
Während Keyword-Extraktion relevante Begriffe aus einem Text herausfiltert (oft ohne Kontext), erkennt NER gezielt benannte Einheiten und weist ihnen kategorisch eine Bedeutung zu. NER ist dadurch kontextsensitiver und präziser.
Ja. Moderne NER-Modelle unterstützen Deutsch mit hoher Genauigkeit, besonders wenn sie auf deutsche Texte trainiert oder feinjustiert wurden. Bei branchenspezifischem Vokabular empfiehlt sich eine individuelle Modellanpassung.
Wenn Sie Unterstützung zum Thema Named Entity Recognition (NER) benötigen, stehen Ihnen die Experten der mindsquare AG zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.
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