Zu viel Stoff, zu wenig Zeit und steigender Druck? Die Klausurenphase bringt viele Studenten jedes Semester an ihre Grenzen. Wahrscheinlich kennst du das nur zu gut: Du sitzt am Schreibtisch, liest Folien zum dritten Mal – und trotzdem bleibt wenig hängen. Mit den richtigen Lernmethoden, klarer Struktur und dem gezielten Einsatz von KI kannst du die Klausurenphase effizienter und deutlich entspannter meistern.
Warum sich die Klausurenphase oft nach Chaos anfühlt
Die Herausforderungen sind meist ähnlich:
- Du musst große Stoffmengen in kurzer Zeit lernen
- Du lernst für mehrere Klausuren parallel
- Dazu kommt dein Nebenjob oder Werkstudententätigkeit
- Dadurch entstehen hoher Leistungsdruck und wenig Erholung
Das eigentliche Problem ist dabei selten mangelnde Motivation, sondern fehlende Struktur. Wer ohne Plan lernt, verliert schnell den Überblick – und damit wertvolle Zeit. Mit einem klaren System und passenden Tools wird Lernen für dich jedoch deutlich planbarer und spart dir damit Druck und Stress.
Der größte Lernfehler: Passives Wiederholen
Viele Studenten setzen auf das wiederholte Lesen von Skripten oder Folien. Das fühlt sich produktiv an, ist aber trügerisch: Passives Wiederholen erzeugt oft nur ein Vertrautheitsgefühl, kein echtes und abrufbares Verständnis. In der Klausur merkst du es dann: Du erkennst Inhalte, aber du kannst sie nicht sauber erklären oder anwenden.
Effektives Lernen bedeutet nicht, möglichst viel Zeit zu investieren, sondern die richtige Art zu lernen. Die wichtigste Regel: Nicht konsumieren, sondern abrufen.
Die zwei effektivsten Lernprinzipien: Active Recall & Spaced Repetition
Active Recall bedeutet, Wissen immer wieder ohne Vorlage aktiv abzurufen – zum Beispiel durch:
- Selbsttests
- Übungsaufgaben und Rechenwege
- Karteikarten
- das Erklären eines Themas in eigenen Worten
Lies zum Beispiel 10 Minuten – schließe dann alles – und schreibe 3–5 Stichpunkte aus dem Kopf auf. Erst danach vergleichst du mit deinen Unterlagen.
Spaced Repetition ergänzt dieses Prinzip, indem Lerninhalte in zunehmenden Abständen wiederholt werden. Das stärkt das Langzeitgedächtnis und verhindert das typische „Alles-nach-der-Klausur-vergessen“-Phänomen.
Gemeinsam bilden diese beiden Methoden die Grundlage für nachhaltiges Lernen – unabhängig davon, welches Fach du studierst. Active Recall liefert den Lerneffekt, Spaced Repetition sorgt dafür, dass er bleibt.

Fokus & Energie: Pausen in der Klausurenphase richtig setzen
Ein weiteres bekanntes Modell ist die Pomodoro-Technik: 25 Minuten konzentriertes Lernen, gefolgt von 5 Minuten Pause. Nach vier Einheiten folgt eine längere Pause.
Das Modell hilft dir vor allem dabei, anzufangen und wiederholte Ablenkungen durch die Planung von aktiven Pausen zu reduzieren.
Wichtig ist jedoch: Pomodoro ist kein starres Gesetz. Manche Themen erfordern längere Konzentrationsphasen, andere kürzere. Entscheidend ist, dass du die Pausen bewusst einplanst, statt sie unkontrolliert durch Ablenkung entstehen zu lassen.
KI in der Klausurenphase: So nutzt du sie als Lerncoach
KI-Tools können das Lernen sinnvoll unterstützen – wenn sie nicht als Abkürzung, sondern als Lernhilfe genutzt werden. Gute und regelkonforme Use Cases sind zum Beispiel:
- Komplexe Themen in einfachen Worten erklären lassen
- Zusammenfassungen aus eigenen Notizen erstellen
- Karteikarten oder Quizfragen generieren
- Individuelle Übungsfragen zur Selbstkontrolle erstellen
- Lernpläne strukturieren oder Stoff priorisieren
Besonders nützlich sind Tools, die mit deinem eigenen Material arbeiten – zum Beispiel ChatGPT (Erklärungen & Lernplan), Notion AI (Notizen ordnen & zusammenfassen), Perplexity (Recherche mit Quellen), Quizlet (Karteikarten & Tests) oder Anki (Spaced Repetition zum Einprägen) – statt fertige Lösungen auszuspucken.
Wichtig: KI ersetzt nicht das eigene Denken. Sie hilft dabei, Inhalte besser zu verstehen, zu strukturieren und aktiv zu wiederholen.
Was tun, wenn du hinten dran bist?
Wenn die Zeit knapp wird, gilt: Nicht alles ist immer gleich wichtig.
- Priorisiere nach dem 80/20-Prinzip: Welche Themen bringen den größten Fortschritt und sollten daher fokussiert werden? Welche Themen bringen eher weniger Fortschritt mit sich?
- Arbeite mit Altklausuren und Übungsaufgaben, um klausurtypische Schwerpunkte zu erkennen
- Setze auf Verstehen durch Active Recall und Spaced Repetition statt Auswendiglernen
- Akzeptiere, dass „gut vorbereitet“ besser ist als „perfekt geplant“
Struktur schlägt Perfektion – gerade unter Zeitdruck. Vermeide den Klassiker „Spät anfangen, dann durchziehen“ – das rächt sich fast immer mit Blackouts, Fehlern und Erschöpfung.

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Fazit
Die Klausurenphase muss kein Ausnahmezustand sein. Wenn du auf aktive Lernmethoden setzt, Pausen bewusst einplanst und KI-Tools als unterstützenden Lerncoach nutzt, lernst du nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger.
Die wichtigsten Learnings für dich auf einen Blick:
- Passives Wiederholen ist ineffektiv – aktives Abrufen ist entscheidend
- Active Recall und Spaced Repetition sind die wirksamsten Lernprinzipien
- KI unterstützt beim Verstehen, Strukturieren und Üben – nicht beim Abschreiben
- Priorisieren ist wichtiger als Perfektion
Mit dem richtigen System wird aus deiner Klausurenphase kein Chaos, sondern ein kontrollierbarer Lernprozess.
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