KI schreibt Code, findet Fehler und automatisiert Aufgaben, die früher oft bei Junioren gelandet sind. Gleichzeitig liest und hört man von weniger Einstiegsstellen und einem schwierigeren Arbeitsmarkt. Deshalb liegt die Frage nahe: Lohnt sich ein Informatikstudium zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt noch?
Das Wichtigste vorweg: Ja, ein Informatikstudium lohnt sich weiterhin. Allerdings verändert sich der Berufseinstieg. Ein Abschluss allein ist kein Selbstläufer mehr. Gefragt sind Berufseinsteiger, die IT-Grundlagen beherrschen, KI sinnvoll einsetzen und außerdem verstehen, wie aus Technik eine funktionierende Lösung wird.
Wie steht es 2026 um Einstiegsjobs in der IT?
Der IT-Arbeitsmarkt ist aktuell noch anspruchsvoller als vor einigen Jahren. Die Statistik „Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation” der Bundesagentur für Arbeit misst für 2025 durchschnittlich rund 13.000 offene IKT-Stellen. Das waren 22 % weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote in IT-Berufen auf 4,5 %. Besonders jüngere IT-Fachkräfte spüren die schwächere Konjunktur deshalb beim Berufseinstieg.
Das bedeutet jedoch nicht, dass IT-Fachkräfte plötzlich nicht mehr gebraucht werden. 2025 waren 1,15 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in IT-Berufen beschäftigt, 2 % mehr als im Vorjahr. Seit 2015 ist die Beschäftigung in diesem Bereich sogar um 67 % gewachsen. Gleichzeitig hat ein Hochschulabschluss an Bedeutung gewonnen. Mehr als die Hälfte der IT-Beschäftigten verfügt inzwischen über einen akademischen Abschluss.
Auch der Fachkräftebedarf ist weiterhin vorhanden. Laut der Bitkom-Studie „Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte“ aus dem Jahr 2026 fehlten in Deutschland rund 79.000 IT-Fachkräfte. 78 % der befragten Unternehmen sehen einen Mangel an IT-Fachkräften, und 97 % der Unternehmen mit IT-Stellen berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung.
Beides kann also gleichzeitig stimmen: Unternehmen stellen vorsichtiger ein und erwarten mehr von Bewerbern, während qualifizierte IT-Fachkräfte langfristig weiterhin fehlen.
Nimmt KI Junioren wirklich die Jobs weg?
Ganz unbegründet ist die Sorge nicht. KI verändert vor allem Aufgaben, die früher häufig am Anfang einer IT-Karriere standen. Dazu gehören einfache Programmieraufgaben, erste Codeentwürfe, Dokumentation, Tests oder standardisierte Analysen.
In einer Bitkom-Befragung erwarten 55 % der Unternehmen, einen Wegfall klassischer Einstiegsaufgaben durch KI. 61 % gehen davon aus, dass Routineaufgaben stärker automatisiert werden. Die gute Nachricht für dich: Gleichzeitig erwarten aber 65 % keinen Abbau von IT-Stellen durch KI. Fast die Hälfte rechnet sogar damit, dass der Einsatz von KI den Bedarf an IT-Fachkräften mit entsprechendem KI-Wissen erhöht.
KI kann also Code erzeugen. Trotzdem muss jemand verstehen, was eigentlich gebaut werden soll. Anforderungen müssen aufgenommen, Architekturen geplant, Ergebnisse getestet, Sicherheitsrisiken bewertet und Systeme in bestehende Landschaften integriert werden. Und spätestens wenn Fachbereich, IT und Management unterschiedliche Erwartungen haben, reicht ein guter Prompt allein nicht mehr aus.
Welche IT-Bereiche bleiben interessant?
Softwareentwicklung bleibt gefragt, verändert sich aber. Entscheidend ist weniger, wie schnell du selbst Code schreibst, sondern ob du generierten Code verstehst, Fehler erkennst und sichere, wartbare Lösungen entwickeln kannst.
Auch Bereiche wie IT-Administration, Cloud, KI, IT-Beratung und Data Science bieten weiterhin gute Perspektiven. Im IT-Consulting zählt neben technischem Wissen vor allem, dass du Prozesse verstehst, Anforderungen übersetzt und gemeinsam mit Kunden Lösungen entwickelst. Bei Plattformen wie SAP oder Salesforce kommt zusätzlich Fach- und Prozesswissen hinzu.
Künstliche Intelligenz und Cloud Security zählen zu den Zukunftsthemen der IT. Aber wie sieht die Arbeit daran eigentlich konkret aus? Consultant Max Beckmann gibt dir in diesem Webinar authentische Einblicke in ein echtes Projekt und zeigt, wie sich Prozesse im Bereich Cloud Security smarter gestalten lassen.
Zum Abschluss bleibt natürlich genügend Zeit, um Fragen rund um das Thema oder zu mindsquare zu stellen.
Auch IT-Security gewinnt weiter an Bedeutung, weil KI und Automatisierung neue Risiken schaffen. International zeigt sich derselbe Trend: AI und Big Data sowie Netzwerke und Cybersecurity gehören zu den am schnellsten wachsenden Kompetenzfeldern.
Diese Fähigkeiten machen 2026 den Unterschied
Du musst dich nicht gegen KI behaupten, indem du versuchst, schneller Code zu schreiben als ein Modell. Sinnvoller ist es, KI als Werkzeug zu beherrschen und gleichzeitig Fähigkeiten aufzubauen, die über einzelne Tools hinausgehen. Solide technische Grundlagen bleiben deshalb wichtig. Datenbanken, Schnittstellen, Softwarearchitektur, Netzwerke, Cloud und Security helfen dir dabei, KI-Ergebnisse überhaupt beurteilen zu können.
Dazu kommt AI Literacy. Du solltest verstehen, was ein KI-System leisten kann, welche Grenzen es hat und wie du Ergebnisse prüfst. Laut Bitkom gehen 63 % der Unternehmen davon aus, dass Kenntnisse im Umgang mit KI und entsprechenden Tools künftig in allen IT-Berufen benötigt werden.
Mindestens genauso wichtig sind analytisches Denken und Kommunikation. Der Bericht „Future of Jobs Report 2025: 78 Million New Job Opportunities by 2030 but Urgent Upskilling Needed to Prepare Workforces” des World Economic Forum sieht neben technologischen Fähigkeiten weiterhin Skills wie analytisches Denken, Anpassungsfähigkeit, Führung und Zusammenarbeit als zentrale Kompetenzen der kommenden Jahre.
Wer also Technik versteht, KI produktiv nutzt und anderen erklären kann, warum eine Lösung sinnvoll ist, bringt ein starkes Profil mit. So verschaffst du dir schon im Studium einen Vorsprung.
So sammelst du noch vor deinem Bewerbungsgespräch Berufserfahrung
Warte nicht darauf, dass dein erster Arbeitgeber dir Praxiserfahrung gibt. Nutze dein Studium stattdessen, um dir selbst Erfahrungen und Skills aufzubauen. Werkstudentenstellen, Praktika und Abschlussarbeiten mit Unternehmensbezug helfen dir, echte Systeme und Projektabläufe kennenzulernen.
Auch eigene Projekte sind wertvoll. Das kann beispielsweise…
- eine selbst entwickelte App
- eine Website
- oder ein kleines Automatisierungstool sein, bei dem du KI gezielt einsetzt und die Ergebnisse eigenständig überprüfst.
Nutze KI außerdem bewusst. Lass dir beispielsweise Code erklären oder Alternativen vorschlagen, aber prüfe das Ergebnis selbst. Wenn du im Bewerbungsgespräch erklären kannst, wo KI dir geholfen hat, wo sie falschlag und wie du das erkannt hast, zeigst du deutlich mehr Kompetenz als mit dem Satz „Ich nutze ChatGPT“.
Dein Berufseinstieg bei mindsquare
Auch bei uns bedeutet IT-Consulting längst nicht mehr, jede Aufgabe ohne KI-Unterstützung selbst zu erledigen. Moderne Werkzeuge gehören zum Arbeitsalltag. Entscheidend bleibt aber, dass du Kundenprobleme verstehst, Lösungen entwickeln kannst und bereit bist, kontinuierlich dazuzulernen.
Wenn du nach dem Studium starten möchtest, kannst du bei uns über das Traineeprogramm ins IT-Consulting einsteigen. Dort baust du fachliche und methodische Kenntnisse auf und wirst auf die Arbeit in Kundenprojekten vorbereitet. Je nach Schwerpunkt beschäftigst du dich beispielsweise mit SAP, Salesforce, Entwicklung oder Security. Auch Werkstudententätigkeiten und Abschlussarbeiten bieten dir die Möglichkeit, bereits während des Studiums Praxiserfahrung zu sammeln.

Das Traineeprogramm bei mindsquare
Das mindsquare Traineeprogramm bietet dir einen exzellenten Berufseinstieg in die IT-Beratungswelt. Erfahre mehr über unser Traineeprogramm!
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Fazit
Informatik lohnt sich auch noch 2026. Was sich verändert, ist vor allem die Erwartung an Berufseinsteiger. Einige Aufgaben, mit denen Junioren früher gelernt haben, werden heute von KI unterstützt oder automatisiert. Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben und die Anforderungen steigen. Unternehmen suchen deshalb Menschen, die nicht nur Code produzieren, sondern Systeme verstehen, KI-Ergebnisse kritisch bewerten, Probleme lösen und mit anderen zusammenarbeiten können.
Das macht den Einstieg anspruchsvoller, aber nicht aussichtslos. Wer schon im Studium Praxiserfahrung sammelt, technische Grundlagen ernst nimmt und lernt, KI als Werkzeug statt als Ersatz für eigenes Denken einzusetzen, schafft sich eine gute Ausgangsposition.
Du willst deinen Berufseinstieg in der IT nicht nur planen, sondern praktisch angehen? Dann schau dir unsere aktuellen Stellenangebote und Einstiegsmöglichkeiten an und finde heraus, welcher Weg bei mindsquare zu dir passt.
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Quellen
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Der Arbeitsmarkt für IKT-Berufe im Kontext der Transformation
- Bitkom e. V. (2026): Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte
- World Economic Forum (2025): Future of Jobs Report 2025