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IT Trends im Rück- und Ausblick
Reality Check: Welche IT-Trends aus 2020 haben sich durchgesetzt?

Die Herausforderungen an Unternehmen im Zuge der Digitalisierung wachsen stetig und damit der Druck, frühzeitig IT-Trends zu erkennen und umzusetzen, um am Markt bestehen zu können.

In diesem Beitrag erfährst du, welche wichtigen Trends für 2020 prognostiziert wurden und inwiefern diese eintrafen. Dafür werden die Top-5-Trends, die zu Beginn des Jahres 2020 prognostiziert wurden, auf ihr Eintreten geprüft und schaffen gleichzeitig eine Aussicht auf das Jahr 2021.

Im Folgenden siehst du die Top-Ergebnisse einer Umfrage des Beratungsunternehmens Capgemini Anfang des Jahres 2020, bei der 120 Fach- und IT-Verantwortliche aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Bedeutung verschiedener IT-Themen auf einer Skala von 1 (sehr wichtig) bis 6 (völlig unwichtig) einstuften:

  1. Security Automation (1,61)
  2. Das Management von digitalen Identitäten (1,82)
  3. Der Aufbau neuer Plattformen für Vertrieb, ERP oder das Internet of Things (IoT) (2,0)
  4. Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte (2,23)
  5. Der Einsatz von DevOps (2,30)

Trend 1: Security Automation

Sicherheitsautomatisierung ist die maschinelle Ausführung von Sicherheitsmaßnahmen mit der Fähigkeit, Cyberbedrohungen mit oder ohne menschliches Eingreifen programmgesteuert zu erkennen, zu untersuchen und zu beseitigen. Das passiert, indem eingehende Bedrohungen identifiziert, auftretende Warnungen eingestuft und priorisiert werden und dann zeitnah darauf reagiert wird. Die Sicherheitsautomatisierung nimmt den Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen einen Großteil der Arbeit ab, sodass sie nicht mehr jede eingehende Warnung durchgehen und manuell bearbeiten müssen. Die Sicherheitsautomatisierung kann unter anderem:

  • Bedrohungen in Ihrer Umgebung erkennen.
  • potenzielle Bedrohungen einordnen.
  • entscheiden, ob Maßnahmen ergriffen werden sollen.
  • das Problem eindämmen und beheben.

Die dem „Internet Crime Complaint Center“ (IC3) des FBI gemeldeten Verbrechen haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie fast vervierfacht. Diese Entwicklung nahm im Jahr 2020 ihren Lauf, weshalb Security Automation zu den dringendsten Herausforderungen von IT-Security Teams im Jahre 2020 zählte. Dieser Trend hat sich somit bewahrheitet.

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Trend 2: Das Management von digitalen Identitäten

Identity Management umfasst die Speicherung, Verwaltung und Nutzung von digitalen Identitätsinformationen. Das beginnt beim Speichern in zentralen Verzeichnissen oder auf Smartcards und geht über Authentifizierung und Autorisierung bis hin zu automatisierten Prozessen für das Management von Identitäten.

80 % der BürgerInnen Europas nutzen digitale Identitäten. Doch warum ist das Identity Management im Jahr 2020 auf Platz 2 der wichtigsten Trends? Das Problem liegt darin, dass diese digitalen Identitäten häufig gestohlen werden. Am 18. März 2021 waren es laut Dr. Thomas Hafen, einem freien IT-Journalisten, 10.231.766.288 gestohlene Identitäten weltweit. Während du diesen Artikel liest, sind es schon wieder deutlich mehr geworden.  Zur Lösung dieser Herausforderungen kam es 2020 zu der vermehrten Einführung sogenannter „Multi-Faktor-Authentifizierungen“. Dafür müssen folgende drei Komponente erfüllt werden:

  1. Faktor: Etwas, das du weißt (Passwort)
  2. Faktor: Etwas, das du hast (Smartphone)
  3. Faktor: Etwas, das du bist (Face ID, Fingerabdruck)

Am 16. September 2020 kündigte Ursula von der Leyen eine „sichere europäische digitale Identität“ an, mit der sich europäische Bürger auch in privaten Dienstleistungen ausweisen können. Das Management von digitalen Identitäten hat demnach mehr als erwartet an Bedeutung gewonnen.

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Trend 3: ERP und das Internet of Things (IoT)

Das Internet of Things (IoT) –  auf Deutsch: „ Internet der Dinge”– bezeichnet ein System von miteinander vernetzten Maschinen, Anlagen und Geräten über und mit dem Internet. Die damit verbundenen „Dinge“ müssen eindeutig identifizierbar sein. Ein Enterprise-Resource-Planning-System (ERP-System) unterstützt sämtliche in einem Unternehmen ablaufenden Geschäftsprozesse. Es enthält Module für die Bereiche Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Anlagenwirtschaft, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen usw., die über eine gemeinsame Datenbasis miteinander verbunden sind.

Die Zahl der Firmen, die IoT-Projekte umgesetzt haben, ist mit 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019 (49 Prozent) leicht gestiegen. Das Wachstum dieses Trends ist im Vergleich zu den vorherigen demnach eher langsam, auch wenn Experten in den nächsten Jahren einen exponentiellen Anstieg vermuten. Viele Unternehmen streben eine Vernetzung der Geschäftsprozesse, Maschinen, Anlagen und Geräte über das Internet an, doch wieso haben 2020 dann lediglich 2 Prozent mehr Unternehmen als im Vorjahr solche Projekte umgesetzt? Eine mögliche Erklärung liegt in der steigenden Bedrohung, die der nächste Trend erklärt.

Trend 4: Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte

Wachsende Vernetzung führt zu wachsenden Angriffen, die häufig nicht erkannt werden können. Basierend auf diesen Trends führte der IoT-Markt Regularien ein, um die betroffenen Geräte standardmäßig sicher zu gestalten. Ein Großteil der regulatorischen Aktivitäten hat jedoch bisher nur Richtlinien hervorgebracht, deren Einhaltung auf freiwilliger Basis erfolgt. Der „2020 Unit 42 IoT Threat Report“, ein Bericht, der das Ausmaß an Bedrohungen durch IoT-Geräte untersucht, geht sogar davon aus:

  • Dass 57% der IoT-Geräte anfällig für Angriffe mittlerer oder hoher Schwere sind
  • Dass 98% des gesamten IoT-Geräteverkehrs aktuell unverschlüsselt abgewickelt wird

Aus diesem Grund sind die Ausgaben im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 500 Millionen US-Dollar gestiegen, womit sich dieser Trend in hohem Ausmaß bestätigt hat.

Trend 5: Der Einsatz von DevOps

Der Begriff  DevOps setzt sich aus „Dev“ (Development, Entwicklung) und „Ops“ (Operations, Vorgänge) zusammen und vereint Menschen, Prozesse und Technologien, damit Kunden kontinuierlich hochwertige Produkte erhalten.

Eine Umfrage unter 87 IT-Verantwortlichen der DACH-Region Ende 2020 hat herausgestellt, dass 53,1 Prozent der Unternehmen DevOps nutzen oder derzeit implementieren. Diese Zahl ist nicht sehr hoch, wenn man bedenkt, dass DevOps bereits heute zu einer wichtigen Voraussetzung für effiziente Entwicklungs- und Betriebsprozesse zählen. Dieser Trend verzeichnet daher ähnlich wie das IoT und ERP Systeme nur ein schleichendes Wachstum.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keiner der prognostizierten Trends in der DACH-Region plötzlich an Wichtigkeit verloren hat. Im Gegenteil: Die Security Automation, das Management von digitalen Identitäten und der Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte sind sogar stärker in ihrer Bedeutung geworden als ursprünglich gedacht. Das ERP, IoT und DevOps verzeichnen 2020 hingegen ein langsameres Wachstum, als prognostiziert.

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